Tiefe

Vom Glück zur Tiefe…

Solange wir jung sind, gibt man sich alle Mühe, uns die 2-Dimensionalität als einzige Realität zu verkaufen. Irgendwann vergessen wir wer wir waren, wer wir sind und glauben ihnen. Wichtig wird, wer wie aussieht, wer was macht, wer was hat. Wir fangen an zu pendeln zwischen Up und Down. Suchen stets erneut den Gipfel, das Glück, die Hochgefühle.

Und finden auch immer wieder das Tal, die Traurigkeit, Enttäuschung, Frustration, Einsamkeit, vielleicht Depression.

Wenn wir eines Tages anfangen zu hinterfragen, uns erinnern… Dann bemerken wir, da war doch noch was… Wir beginnen diese 3. Ausdehnung, die Tiefe, wieder wahrzunehmen. Vielleicht beginnen wir hinabzusteigen, in die eigenen Tiefen unseres Wesens und Seins, in sie einzutauchen; momenteweise, stundenweise, tageweise?

Den größten Schutz, um in die Tiefen hinabzusteigen, scheint mir die Nacht zu bieten. Wo alles still ist, alle schlafen. Ganz hinabtauchen, diese Welt hinter mir lassen, eintauchen in mich selbst, während mein Körper friedlich im Bett liegt. Um manchmal mit einem Wissen zu erwachen, das mir hier weiterhilft und mich leitet.

Aber oft erfüllt auch die Sauna einen ähnlichen Zweck. Da kann ich alles um mich ausblenden, mich spüren und in mich eintauchen, mich dabei entspannen, loslassen.

Wo die Tiefe Raum nehmen kann, kann auch Zufriedenheit ihren Platz finden. In ihr liegt der Frieden. Mag er nicht so prickeln und sprudeln wie die Gipfel des Glücksgefühls, aber er hat Weite. Frieden in mir kann unermessliche Dimensionen annehmen. Mich im Frieden mit allem zu fühlen, ist für mich das höchste Glück geworden.

Wenn der Friede fehlt, kann ich mich fragen: Was stört gerade meinen Frieden? Wovon wird er mir im Moment geraubt? Kann ich daran etwas ändern?

Was ich immer machen kann, ist: Mich auf den Moment einlassen. Auch wenn er gerade Enttäuschung heißt, oder Schuldgefühl, Traurigkeit, Schmerz, oder… Manchmal in einer Intensität, dass ich vor allem auf- und davonlaufen möchte…

Rennen_girl

Und es innerlich auch manchmal tue, oft wie ein Reflex, automatisch.

Wenn ich mir dessen aber bewusst werde, mich auf das einlasse was gerade da ist, hinschaue…

Feuer

kann es zwar richtig weh tun und sich sehr unangenehm anfühlen, aber manchmal kann ich dann verstehen und es kann sich etwas verändern, wandeln, meistens in mir.

Am Ende davon kommt die Sonne wieder hervor…

98 Leuchtende Sonne und Regen zugleich_29.06.2014, 19.03 Uhr

Gestern war einer der friedlichen Tage. In dessen Verlauf sich bestimmte Gefühle in meine Wahrnehmung schoben. Ich weiß, wo sie herkommen, wohin sie gehören. Sie sind nur äußerst unangenehm und schmerzlich. Der Auslöser macht mich wütend und ich würde das Ganze lieber ignorieren. Aber es ist da und gehört zu meiner Realität. Ich geb mir Mühe, es anzunehmen, mich zu ergeben.

Damit es sich in mir weiterbewegen kann. Und hoffentlich letztlich auch verrauchen kann…

99 Sonnenuntergang 13.07.2014, 21.16 Uhr

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10 Gedanken zu „Tiefe

  1. Liebe Marion,

    wunderbare Aufnahmen sind Dir da mal wieder gelungen! Und ein sehr schöner Text der zum Nachdenken anregt.

    Der Tag war bisher nicht angenehm? Wir hoffen, dass sich dies gedreht hat und Du ihn zu Deinem Tag machen konntest!

    LG
    AnDi 😉

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  2. Pingback: Stimmen der Herzen | Unterm Firmament

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