Die Liebe

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Wir verletzen oft jene, die wir am meisten zu lieben glauben. Warum tun wir das?

Wir treffen uns in verschiedenen Rollen und spielen miteinander. Wir werden verletzt und wir verletzen. Wir verlassen und werden verlassen. Und entwickeln uns während dessen stetig weiter.

Ich glaube, dass wir Liebe oft missverstehen. Wenn wir jemanden mit der Seele „erkennen“, glauben wir, das muss Liebe sein. Wir neigen dazu, mit diesen zuallererst eine Beziehung einzugehen. Und stoßen auf all die Verletzungen, die wir einander schon zugefügt haben. Haben die Chance, sie durch Liebe zu verwandeln.

Ist das Ziel wirklich, irgendwann alles annehmen und verzeihen zu können, auch uns selbst? Und dann? Ist es dann wirklich egal, wen wir heiraten bzw. mit wem wir eine Beziehung führen, weil wir Liebe dann einfach sein lassen können…? Ohne festgesteckte Erwartungen, ohne Schuld, ohne Vorwurf, ohne aufgestaute und weg gesteckte Gefühle? Sondern uns selbst mit allen Facetten annehmen und lieben könnend?

Warum treffen sich die einen, um miteinander endlose Kämpfe zu führen und sich dabei zu verletzen, während sich die anderen treffen, um zusammen zu halten, eine Gemeinschaft zu bilden und einander durch die Stürme dieses Lebens zu begleiten? Was gibt den Ausschlag für das eine oder das andere? Sind Zweitere die Fortgeschritteneren?

Sind wir frei an dem Punkt, wo wir wirklich entscheiden können, was davon wir leben möchten und wovon wir genug haben und es lassen können?

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12 Gedanken zu „Die Liebe

  1. Liebe Marion,
    das sind sehr nachvollziehbare Gedanken und guten Fragen, die wir uns stellen können :-).
    Ich sehe die Zweiten, nicht als die wahren Fortgeschrittenen. Es gibt in meinem Verständnis nicht das „Fortgeschrittene“, denn woran wollen wir das messen?
    Sie leben anders!. Sie leben ein komplett anderes Leben, mit anderen Zielen und ob sie sich selbst darin wirklich begegnen, lassen wir mal offen.
    Wenn man zu den zuerst genannten gehört, bleibt anscheinend der Wunsch nach dieser gemeinschaftlichen Harmonie im gegenseitigen Tragen durch das gemeinsame Leben bestehen.
    Doch ist es wirklich so, wie es nach außen scheint?
    Ich verstehe Dich sehr gut, denn diese Gedanken kommen mir auch immer wieder.
    Doch ich glaube, die gemeinschaftlich Lebenden haben den Lebenspartner und die anderen haben immer mehr sich selbst.
    Was gibt es letztendlich Schöneres, als eine innige und liebende Verbindung zu sich selbst eingehen zu dürfen.
    Alles Liebe für Dich
    Stefanie

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Stefanie,

      danke für deinen Kommentar und deine Sicht.

      Was du sagst, habe ich mir in manchen Momenten auch so oder ähnlich schon gedacht… Dass es sich einfach um einen anderen Lebensentwurf handelt, andere Ziele für dieses Leben dahinter stecken.

      Und ich habe ja bei dir schon gelesen, wie sehr du zu dir selbst findest durch das „alleine leben“. Auch ich schätze den Raum für mich selbst, der ohne Partnerschaft entsteht, wo ich mir viel intensiver begegnen kann.

      Dennoch ist mein Wunsch vorhanden, nach belastenden Beziehungen, die voll gepackt waren mit Lernerfahrung, auch noch eine zu leben, in der ich ich selbst sein und bleiben kann und die andere Person ebenso sich selbst ist und bleibt und man dennoch den Weg noch ein Stück teilt.

      Alles Liebe auch für dich
      Marion

      Gefällt 1 Person

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