Mein Tag

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Heute Morgen herrschte sowas von dicker Suppe. Ich befürchtete, die Sonne könnte es nicht schaffen. Gegen 10 Uhr kämpfte sie sich langsam an die Straßenecke vor meinem Balkon vor.

187 Sonne kämpft gegen Nebel_12.02.2015

Es muss nachts ordentlich kalt gewesen sein, denn als ich um kurz nach 11 Uhr zum Bus ging und nachher unterwegs konnte ich wunderschönen Raureif bewundern, der die Formen von Pflanzen hervorhob. An einer noch jungen Hecke hatte er die Spitzen überzuckert. An einem großen alten Baum – muss eine Weide sein – hob er die hängende Form hervor, so dass sie aussah wie eine Mutter Natur, die schützend alles überdacht und hält, was unter ihr steht.

Ich fuhr nach Aarau zur 2. Physio-Sitzung. Mann, ich wusste gar nicht, wie flugs eine halbe Stunde vergehen kann. Ich musste zur Uhr sehen um mich zu vergewissern, ob das sein kann?! Na gut, sie hat etwas später angefangen heute. Aber trotzdem…

Sie ist einfach toll, meine Physio-Therapeutin. Heute hat sie an Oberarm und Schulter leicht massiert und gefühlvoll gedrückt, aber auch bestimmte Dehnungen und Drehungen vorgenommen bis an den Punkt, wo etwas sagt: Das geht nicht. Sie geht auch nicht drüber hinaus, sie geht nur an den Punkt hin und drückt ganz sachte. Jeweils nur soweit, dass kein Gegendruck entsteht. Während dessen wir uns spielend und sehr gut unterhalten. Heute über Gerüche und Menschen riechen können, Kochen und Gewürze, Restaurants im Dunkeln usw. Das könnte ich so viel länger aushalten ;). Vor allem jetzt, wo mich sonst niemand mehr berührt.

Die gestrige Behandlung hat keinerlei unangenehme Folgen gehabt, im Gegenteil. Als ich heute Morgen mit einer großen Tasse am Laptop saß, fiel mir auf, dass ich sie wie selbstverständlich links hielt. Das hab ich schon ewig nicht mehr gemacht, weil den linken Arm mit Gewicht zum Mund führen, das ging nicht mehr oder nur mit Beschwerden. Mittags wühlte ich in meiner Tasche nach einem Taschentuch und merkte plötzlich: Hoppla, da zwickt ja gar nichts. Mit links tief in die Tasche greifen hat immer Beschwerden verursacht.

Wie schön, dass bereits eine erste Sitzung, die so locker und spielend vonstatten ging, erste Erfolge mit sich brachte. Um jeden kleinen Fortschritt bin ich total dankbar. Nie denkt man daran, dass einmal Teile des Körpers richtig ausfallen könnten, solange einfach immer alles funktioniert. Umso mehr schätze ich jetzt jede Normalität, die zurückkehrt.

Ich erzählte der Physio-Frau, dass ich gestern immer mal wieder die Schultern nach hinten zog, weil sie erwähnt hatte, dass sie bei mir dazu neigen, nach vorne zu fallen. Dann haben mir abends die entsprechenden Muskeln hinten so weh getan, dass ich abends beim TV mit meinem Thera Cane saß und sie bearbeitete. Sie sagte: Man muss gar nicht so viel tun und sich gar nicht so fest anstrengen. Das bringt nur neue Verspannungen mit sich, in dem Fall hinten. Es ist schon gut, wenn man immer mal wieder zwischendurch dran denkt und kurz bewusst die Schultern nach hinten nimmt. Mit der Zeit, meinte sie, werden wir die Schultern vielleicht dorthin bekommen, wo es am besten ist, nämlich dass die Schulterblätter etwa auf Höhe der hinteren Hosentaschen sitzen, so wäre es optimal.

Da ich dann schon mal in Aarau war, Zeit hatte und die Tageskarte einen größeren Geltungsbereich hat, setzte ich mich in den Bus Richtung Buchs und Wynecenter. Da ich noch einen 20% Gutschein für die Migros Do It + Garden hatte, erstand ich dort Einmalhandschuhe, damit beim Spielen mit den Farben nichts an den Fingern und Ärmeln bleibt; außerdem Steckerleisten, Kabel und Adapter nach Schweizer Standard, um die elektrischen Verhältnisse in meiner Wohnküche endlich mal auf ein zufriedenstellendes Maß zu bekommen.

Danach gönnte ich mir Tee und eine Himbeerschnitte im Migros Restaurant und stellte dabei fest, dass die Sonne inzwischen den Durchbruch geschafft hatte. An diesem Ort wurde ich wehmütig… Beobachtete die durch den Haupteingang ins Center reinkommenden Leute und stellte mir vor, er würde reinkommen. Nein, ich würde es im Moment nicht mal fertig bringen, mich freundschaftlich umarmen zu lassen. Zu nah noch, zu schmerzhaft. Also zog ich bald weiter.

Es gibt in dem Center die größte Migros für Lebensmittel der Gegend; die einzige, die die neu eingeführten alnatura Produkte führt. Ich hoffte auf Shiitake-Brotaufstrich; den gabs leider nicht. Aber dafür den Senf-Rucola, den Curry-Mango und einen Kichererbsen-Ingwer.

Und als ich gegen 16 Uhr wieder daheim war, gabs ein ausgedehntes Nickerchen, das es einfach gebraucht hatte. Runter kommen, richtig entspannen, eintauchen in die Essenz meines Bewusstseins, dort wo ich auftanken kann…

Morgen wieder Schilder machen und dann Wochenende… 🙂

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8 Gedanken zu „Mein Tag

  1. Gut bist du an der richtigen „Adresse“ mit deiner Schulter gelandet.
    Mein Tennisellbogen wird auch langsam besser, mit „Pferdebalsam“… 😉
    Sorry, mehr geht bei mir auch noch nicht…

    Gefällt 2 Personen

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