Stimmen der Herzen

Am 9. Nov. letzten Jahres hab ich was über Tiefe geschrieben. Wäre es mir nicht selbst dieser Tage mal wieder begegnet, hätte ich es vergessen. Warum ich das jetzt ausgrabe?

Weil es so hervorragend passt zu dem Video, das ich gestern Abend zufällig gefunden habe. Und ich hoffe inständig, dass es in D für meine Leser dort nicht gesperrt ist.

Was für ein großartiges herzergreifendes Beispiel dafür, was passiert, wenn die Masse zunächst nach dem urteilt, was sie sieht, nach den zwei Dimensionen. Und mir gings ganz ähnlich, obwohl diese Frau mir leid tat, dass sie zunächst belächelt wurde. Nicht nur das Publikum, auch die „Richter“ reagierten so, fragten sie ein bisschen dies, ein bisschen das… Eine Landpomeranze, na gut, man will ja nicht so sein.

Und dann, ab 1.05 Min. beginnt ihr Lied, sie macht den Mund auf und die Stimme ertönt. Und auch wenn das Lied nicht dem typischen Style entsprechen mag, den dieses Publikum normalerweise gerne hört, so hat sie auf der Stelle alle Ohren und Herzen. Eine dritte Dimension tut sich auf, eine Tiefe, die keinen kalt lässt.

Wer Kopfhörer in der Nähe hat, bitte aufsetzen!

 

Das ist einer der Gründe, warum ich Song-Contests mag. Nicht alle Formate, beileibe nicht. Die meisten meide ich. Aber – meine treuen Leser wissen es schon – The Voice Of Germany und The Voice Of Switzerland z.B. kann ich meist nicht auslassen.

Und ist da nicht teils ähnliches passiert? Es geht nicht um Schönheit, um Styling, um sich gut verkaufen können, es geht um die Stimme und die Tiefe einer Seele, die manchmal durch sie sichtbar wird. Egal wie die Person aussehen mag und ob sie sich vorteilhaft kleiden mag.

Bei The Voice Of Switzerland 2014 gewann Tiziana, eine junge Frau mit einer Zahnspange, also Brackets im Mund, was meist nicht unbedingt vorteilhaft aussieht. Aber die Stimme, die Stimme… Und um die gehts. In diesem Beitrag sieht – und HÖRT – man sie im zweiten Video.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich haut sowas wie das Beispiel Susan Boyle um – im positiven Sinn. Wenn man bei youtube nach ihr sucht, ist ersichtlich, dass sie danach noch viel für die Öffentlichkeit gesungen hat – und man ihr einen äußeren Style verpasst hat, mit dem sie sich hoffentlich wohl und so schön fühlt, wie ihre Seele tief zu sein scheint. Sie ist keine Frau von großen Worten, aber wenn sie singt, dann öffnet sich etwas, das einfach ergreift.

Musik, die Stimme des Herzens? Oft…

Meine eigene Stimme des Herzens übers Singen ist schon lange eingerostet. Ich hab andere Ausdrucksformen gefunden. Aber immer wenn man Menschen, die beim Singen von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter geblieben sind, sprechen hört – mir gehts jedenfalls so – dann höre ich, dass sie nur beim Singen glücklich sind und daher am liebsten nichts anderes mehr tun möchten. Und ich denke: Weil das Herz offen ist und weil es die Herzen der Zuhörer öffnen kann. Und was gibt es Beglückenderes und Befriedigenderes als einander geöffnete Herzen? ❤

Ach ja, wie ich jetzt auf das alles komme? Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass ich mich seit Weihnachten 2014 mit Klang beschäftigte. Weil ich mir einen neuen MP3-Player gewünscht hatte, denn ich liebe es, z.B. beim Malen oder Handarbeiten den Flow durch Musik zu unterstützen.

Ich bekam einen geschenkt und war enttäuscht vom Klang. Das erste Mal, dass ich bei einem Geschenk darum bat, dass es umgetauscht werden möge. Seitdem war ich auf der Suche nach einem passenden Ersatz, ich hatte es schon mal erwähnt. Der, den ich gestern zugesandt bekam, enttäuschte mich zunächst auch. Als ich jedoch die Equalizer-Funktion gefunden und eine Einstellung gefunden hatte, die für die verschiedenartigen Lieder gleichermaßen halbwegs passend ist, beschloss ich, es jetzt mal gut sein zu lassen und den zu behalten.

Denn die Online-Recherche brachte mich zu dem Schluss, dass ich scheinbar eine Art Klangfetischist geworden bin (oder schlummernd schon immer war?), was ich seit der Nutzung des MP3-Players Samsung YP-Q2 in Verbindung mit dem Lautsprecher von JLB (3. Foto hier, der runde) entdeckte und es darunter nicht mehr tun wollte. Jetzt eine vergleichbare Klangqualität eines neuen MP3-Players zu bekommen (der Lautsprecher ist noch intakt und wird weiter genutzt), hätte nun aber den Preis von 200 € oder mehr bedeutet; das bin ich im Moment nicht bereit dafür auszugeben und werde den Unterschied mit dem Philips GoGear Vibe nach einer Weile kaum mehr bemerken, davon gehe ich jetzt mal aus.

Wisst ihr was? Mir graut jetzt schon vor dem Tag, an dem meine Lautsprecherboxen, Marke Monitor Audio, ihren Dienst aufgeben. Mit denen höre ich Radio und CDs. Und dies in einer klaren und exzellenten Qualität seit inzwischen über 20 Jahren. Es war eine Zufallsentdeckung meines damaligen Partners, der in seiner Mittagspause neugierigerweise in einen HiFi-Laden ging, um mal zu horchen… Und nicht glauben konnte, dass dieser herrliche Klang von diesen kleinen Boxen kam. Er überredete mich damals, sie mir zuzulegen. Es war viel Geld für mich; ich war gerade dabei, nach meiner ersten Scheidung eine Wohnung einzurichten. Aber für die Qualität konnte sich der Preis durchaus sehen lassen. Und die Ausgabe hat sich offensichtlich gelohnt!

Auf welchen Klang steht ihr? Womit habt ihr gute Erfahrung? Was mögt ihr gern auf die Ohren?
Oder singt / musiziert ihr gar selbst?

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20 Gedanken zu „Stimmen der Herzen

  1. Danke für deine berührenden Zeilen und für das Teilen dieses Videos. Ich kannte es nicht. Hach…weißt du, das Video zeigt so sehr, warum ich Menschen so anstrengend finde. Ich wirke nämlich oft ebenso „ungeschickt“ und nicht konform wie Susan, und ich habs früher nie verstanden, wieso die Menschen ebenso garstig, so komisch zu mir waren, weil ich mich selbst in dem Moment nicht für komisch hielt (ich habs ja nicht gemerkt). Und ich hatte auch keine Relation, weil ich selbst die anderen nie nach solch oberflächlichen Maßstäben beurteilt habe, ihr Bewertungssystem war mir fremd. Zu sehen, wie voreingenommen sie Susan gegenüber waren, tut mir weh. Es ist so primitiv. So oberflächlich. Wieso nur tun sich die Menschen so schwer damit, offen zu sein für die innere Schönheit. Und wieso fällt es ihnen so schwer, nicht schon innerhalb von Sekundenbruchteilen emotional zu bewerten, bevor das Gegenüber überhaupt den Hauch einer Chance hat. Susan bekam die Chance durchs Singen, aber im Alltag ist diese Chance nicht immer da. Und für so jemanden, der nicht in die Masse passt, fühlt es sich manchmal an wie eine Mauer. Vielleicht mag ich das Schreiben deshalb so gerne – weil da die Art von Außenwirkung, die im „realen“ Alltag greift, nicht existiert.
    Das erinnert mich an das Tagebuch eines Tibetreisenden, das ich gerade lese. Der Autor schreibt darin: Rezensieren Sie dieses Buch nicht, wenn Sie sich selbst nicht kennen. Es würde nur Ihren Mangel an Weisheit herausstellen.“ Ein bisschen kann man es auf dieses Video übertragen, sagt es doch: Beurteile nicht etwas, das du nicht kennst, das du nicht fühlen kannst.
    Hach…diese…Menschen! Ich lieb sie, aber sie sind wirklich so ekelhaft manchmal. :-/

    Zu deinen Fragen:
    Mit Technik kenne ich mich leider gar nicht aus. 🙂
    Ich mache und höre Musik gleich gerne, beides ist fantastisch. Mein Musikgeschmack hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Heute höre ich überwiegend New Age Music und Mantras und so. Was für eine Richtung hörst du denn momentan am liebsten/am meisten?

    Liebe Grüße! ♥

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    • Liebe Meike,

      mir tat es auch weh, als ich dieses sich gegenseitig Blicke zuwerfen sah, dieses Gesicht verziehen. Ich denke, die Menschen werden konditioniert / sozialisiert, so zu urteilen, auch wenn es unfair ist und allen das Leben sehr erschwert, die nicht „konform“ scheinen. Ich bekomme das auch mit, weil eins meiner Kinder sich im falschen Körper fühlte und umwandeln ließ. Menschen können grausam sein.

      Ja, ich mag das Schreiben auch, weil man eins zu eins hinein fließen lassen kann, was einen bewegt.

      Das ist ein schönes Zitat aus dem Buch, das du gerade liest.

      Da ich gestern meine gesamte gespeicherte Musik auf den neuen MP3-Player geladen hab, hab ich heute Sachen angehört, die ich schon länger nimmer hörte. Enya… Lieder von einer CD mit moderner orientalischer Musik aus Israel… Das fällt mir auf Anhieb ein.

      Mantras hab ich auch so einige und es gab Zeiten, wo ich viel davon gehört hab.

      Schön, dass es dich gibt, dass du vorbei geschaut und Worte vom Herzen da gelassen hast ❤

      Liebe Grüße
      Marion

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  2. Hallo Marion, hallo Meike,

    ich finde das Thema etwas schwierig. Mich nervt eigentlich die andere Seite der Medaille viel mehr. Würde sie anders aussehen, würden wir dann jetzt darüber schreiben? Würden wir überhaupt wissen das sie existiert?

    Ihr Aufritt war durchwachsen. Damit meine ich nicht den Gesang. Wenn eine andere Frau sich da hinstellt und die gleiche Vorstellung abliefert, dann würden sie genauso lachen. Und was passiert nun?

    Da kommt die „Landpomeranze“ auf die Bühne, labbert etwas wirr, kann toll singen und BÄHM!!! Perfektes Futter für die Medien! Würde sie durchschnittlicher Aussehen, dann hätte sie niemals soviel mediale Aufmerksamkeit bekommen. Die Personen auf dieser Bühne sind vorselektiert, ein kleiner Hinweis in die richtige Richtung, und schon hat man mit dieser Stimme den Garant für hohe Einschaltquoten. Davon lebt diese Show.

    Und genau das nervt mich so daran. Die Medien und auch Susann schlagen Kapital daraus, dass sie aussieht, wie sie nun mal aussieht. Soll ich also jetzt anfangen mit den durchschnittlichen Frauen Mitleid zu haben? Mit den Frauen, die medial so gewöhnlich sind, dass man damit kein Geld verdienen kann.

    Mir ist es egal wie Hinz und Kunz aussehen. Mir ist auch egal wie Susann aussieht, aber in diesem Fall war es, zusammen mit ihren Gesang, ihr Türöffner in die weite Welt. Und schlimm? Überhaupt nicht – alles richtig gemacht. Es langweilt nur, dass dieses Konzept zu oft wiederholt wird.

    @Meike: Und ja – Menschen urteilen schnell. Das ist von der Natur so gewollt und vorgesehen. Wir müssen eine „Gefahr“ schnell erkennen können. Es ist nicht so bestimmt, dass wir „emotionale Schönheit“ auf den ersten Blick sehen. Im schlimmsten Fall, hätte die „emotionale Schönheit“ uns bis dahin schon gefressen.

    Ich finde das auch gar nicht schlimm. Auch ich habe IMMER einen ersten Eindruck meines Gegenübers. Manchmal ist er positiv und manchmal eben nicht. Auch das finde ich nicht schlimm.

    Was ich nur schlimm finde, ist die mangelnde Bereitschaft von vielen Menschen, ihr erstes Gefühl, auch wenn es negativ war, zu überprüfen.

    Genug jetzt von dem mimimimi.

    Technik: Wenn ich es richtig verstanden habe, dann geht es um ein reines Abspielgerät? Ich höre immer und überall etwas. Ich benutze in der Regel jedoch immer Kopfhörer, weil ich es wirklich fast immer mache, außer beim Autofahren. Ich habe auch mehrere Abspielgeräte. Vom IPod Classic über Zhen zu meinen Handys.

    Entweder bin ich ein Noob oder habe kein Gehör. Ich merke den Unterschied nur an den Kopfhörer die ich trage. Da liegen Welten zwischen den Kopfhörer beim Klang und der Wiedergabe.

    Zu Weihnachten habe ich mir diese geschenkt:

    Bose® SoundLink® on-ear Bluetooth® headphones

    Ich bin eigentlich ganz zufrieden, vor allem weil ich jetzt meine Geräte damit verbinden und steuern kann. SUPER! Außer das ich feststelle, dass der „nach Weihnachten Preis“ deutlich günstiger ist. 😦

    Lieben Gruß
    Julusch

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    • Liebe Julusch,

      aus meiner Perspektive gehst du das Thema auf genau der gleichen Dimension an wie die Mehrheit, auf der 2dimensionalen, sichtbaren und verwendest deinen klugen Kopf, um zu analysieren, einzusortieren und zu erklären. Die Tiefe, in die du damit gehst, ist eine des Verstandes und die befriedigt mich hier nicht.

      Klar kann man darüber sinnieren, wie die Medien funktionieren, welche Rolle die Presse spielt usw. Schade finde ich dabei, dass auch du Susan als mittelmäßige Schönheit einstufst und ihre mediale Präsenz als durchschnittlich genug, dass „man“ damit kein Geld verdienen kann (aus Sicht der Macher von TV). Du beurteilst sie aus der 2-dimensionalen Sicht heraus und genau das wird ihr nicht gerecht und auch sonst niemandem.

      Wenn du dir nur mal kurz die Mühe machst, Susan (mit einem n hinten) Boyle auf youtube einzugeben, dann siehst du eine – aus meiner Sicht – nach ihrem ersten Auftritt auch zur äußeren Schönheit erstrahlte, in sich rundum stimmige Frau. Medial gesehen…, ja, auch bei Interviews ist mit ihr jetzt – Jahre danach – aus der Sicht gesehen nicht das rauszuholen, was die Medien gerne hätten und das gefällt mir sogar. Sie funktioniert nicht nach dem 2-dimensionalen System, sie ist einfach sie selbst. Und wenn ich bei einem Video (Interview fürs TV) richtig gespürt habe, dann möchte (oder kann) sie auch gar nicht diese Schiene bedienen und ach so unterhaltsam, cool und beredt tun, das ist sie nicht.

      Nun kann man also von außen physisch drauf schauen und sagen: Sie ist ein perfektes Opfer der Medien für Einschaltquoten. Sie hat ihres dabei erhalten, ein anderes Leben, also alles gut. Jeder hat was davon. Nur, sagst du, kotzt dich diese Art Medienmache an.

      Aber machen wir diese nicht mit, indem wir sowas anschauen, jedenfalls die am besten gemachten davon wie das Dschungelcamp? Es gibt ja jetzt eine neue, noch krassere, wo die Leute ein Jahr lang auf einer Insel fernab alles Vertrauten sind. Ja, Futter für die Medien und Futter für uns. Also möchte ich mich, wenn ich auf diese Weise (mit dem Verstand) dran gehe, höchstens fragen: WARUM schaue ICH mir das an? Ist es nicht, weil ich etwas Tieferes suche? Mich suche? Das genau bei solchen Formaten über Identifikation oder Ablehnung oder irgendwas dazwischen recht gut funktioniert? Ich erfahre etwas über mich. Und das bequem vom weichen Sessel oder Sofa daheim aus, ohne nur einen Schritt gehen und tun zu müssen. Ich brauche nur aufs richtige Knöpfchen drücken und mich zurück lehnen. Der Rest spielt sich dann automatisch ab. Und dann ist die Frage, was ich damit anfange. Wie schnell ich zur Tagesordnung übergehe oder ob ich das, was ich dort über mich erfahren habe oder es zumindest könnte, genauer anschaue? Im ersten Fall bleibe ich der Voyeur, der sich auf Kosten anderer, die sich (klar, freiwillig und für entsprechende materielle Gegenleistung) für die Öffentlichkeit nackt machen und damit als Projektionsfläche par excellence für uns alle dienen.

      Wenn ich nun noch einen Schritt weiter gehe und frage, warum du so und ich so auf diese gleiche Sache schauen, dann führt es mich u.a. zu dem Eindruck, dass ich eine ähnliche Entscheidung wie Susan für mich getroffen habe: Mich mit meiner Art zu leben tendenziell gegen den Mainstream zu bewegen. Sollte es dann passieren, dass die Masse mich aus irgendeinem Grund in eine bestimmte Stellung katapultiert (wie Susan), dann wäre die weitere Frage, ob ich bereit bin mich dafür zu verbiegen und wieweit oder ob ich durch diese Veränderung überhaupt erst anfangen würde in einem neuen anderen Licht zu erstrahlen?
      Während du, so wie mir scheint, die gegenteilige Entscheidung getroffen hast, nämlich dein Leben mit äußerem Erfolg zu krönen und diesen auszukosten, solange er da ist.
      Beides legitime Entscheidungen, die nicht zu bemängeln sind und einfach so stehen gelassen werden können. Jeder macht seine spezifischen Erfahrungen dabei.
      Wobei ich davon ausgehe, dass hinter dem, was wir im Außen leben, eine recht ähnliche emotionale Struktur oder ähnliche Antriebskräfte stecken, nur eben auf die eine oder andere Weise ausgelebt.

      Weil das aber so ist wie es ist (behaupte ich einfach mal frech), habe ich mich in obigem Video mehr mit Susan identifiziert, während du aus einer anderen Perspektive drauf schaust.

      Was die Technik angeht, mittels der du Musik genießt, danke ich dir für deinen Tipp. Der mir sagt, was ich schon weiß: Mit einer bestimmten Geldsumme ist es möglich, mir Qualität zu kaufen, die sich abhebt vom Rest, egal welcher Name dann jeweils drauf steht. Mein Dilemma dabei war eben, dass ich nicht über eine bestimmte Summe damit gehen wollte und trotzdem das möglichst optimale Klangerlebnis haben 😉

      So, das war mein Wort zum Sonntag Morgen.

      Ganz liebe Grüße
      Marion

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      • Liebe Marion,

        irgendwie sollte ich meine Kommentare nach dem schreiben nochmals lesen, bevor ich auf den Knopf drücke.

        Ich hatte geschrieben, bzw. wollte schreiben, dass sie nicht durchschnittlich ist, und genau das zu ihrem Erfolg geführt hat. Sie HATTE die mediale Präsenz.

        Meine Anspielung ging an die Frauen, die sie nicht hatten. Zu durchschnittlich für die Medien. Ich wiederhole mich gerne. Sie hat alles richtig gemacht.

        Ich glaube nur nicht was ich sehe, gerade bei diesen Formaten. Für mich kann ich erst beurteilen, wie sie wirklich ist, wenn ich sie kennengelernt habe. Daher distanziere ich mich emotional davon.

        Äußerer Erfolg? Würde ich nicht so unterschreiben. Was nützt mir der Erfolg, wenn es in mir und in meinem persönlichen Beziehungen nicht stimmig ist. Verpönen würde ich den Erfolg trotzdem nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alles im Leben seinen Preis hat und geschenkt wird einem nichts. Und ja, ich arbeite hart und freue mich an dem was ich erreicht habe. Sicher auch, weil mir meine Arbeit enormen Spaß macht. Das ist aber immer nur eine Seite des Lebens. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass der größte Teil der Arbeit, und ich meine nicht den materiellen Erfolg, in uns selber liegt. Du beschäftigst dich mit deinem Inneren, so wie ich auch. Ich bin auch davon überzeugt, dass unsere Wege gar nicht so unterschiedlich sind, nur stellt uns die „Analyse“ oder „Einsicht“ vor andere Ergebnisse.

        Kein Mensch ist gleich und es fließt sehr viel davon ein, wer wir vorher waren und wer uns geprägt hat. Und zu Letzt auch, wer wir sein wollen oder können.

        Alles liebe
        Julusch

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        • Liebe Julusch,

          jetzt ist es bei mir angekommen, danke fürs Nachhaken. War nur ein Wörtchen untergegangen und dann stand ich vor einem Fragezeichen.

          Du sagst: Äußerer Erfolg? Würde ich nicht so unterschreiben. Was nützt mir der Erfolg, wenn es in mir und in meinem persönlichen Beziehungen nicht stimmig ist.

          Ich meinte den Erfolg im Beruf, der vielleicht u.a. als Nebenprodukt hat, dass es schwierig ist in den persönlichen Beziehungen? Na gut, das mag zu platt sein. Manchmal geht auch beides miteinander und das eine muss nicht zwangsläufig das andere bedeuten.

          Da sind wir uns durchaus einig, dass der Großteil der Arbeit die im Innern ist.

          Lieben Gruß ⭐
          Marion

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            • Okay Julusch, es kann passieren und ist vielleicht nicht abwegig.
              Aber es ist anmaßend, nur aufgrund der vagen Info, dass du beruflich sehr aktiv und „an der Front“ bist, zu schließen, dass es deswegen schwierig in deiner Beziehung sein MUSS. Weil das muss es nicht zwangsläufig.

              Ich habe in München eine Freundin, die ich seit dem Abi auf dem zweiten Bildungsweg kenne, das wir zusammen gemacht haben. Nachher haben wir völlig unterschiedliche Wege eingeschlagen. Sie war es, die ich u.a. im Dez. in München nach langen Jahren wieder traf. Sie arbeitet seit Jahren für den Münchner Ableger einer Schweizer Firma und hat quasi „Karriere“ gemacht, mit extrem hohem Engagement und Einsatz über viele Jahre zukzessive aufgebaut. Aber der Grad der Bewusstheit – so nenne ich es jetzt mal der Einfachheit halber – in dem sie sich trotzdem befindet, hat mich beeindruckt und wir hatten rasch wieder eine gemeinsame Sprache, Gesinnung und Basis gefunden.

              Sie lebt jeweils mit einer Partnerin zusammen und bei ihr beobachte ich, dass die Partnerin stets eine Rolle spielt, die ihrem Beruf angepasst sein muss, weil das nun mal das Zentrum ihres Lebens ist. Die letzte Partnerin hätte mehr Zeit und Aufmerksamkeit für die Beziehung gewünscht und es kam zur Trennung, obwohl sie sich erst kurz vohrer noch einen gemeinsamen Hund angeschafft hatten. Mit der jetzigen Partnerin ist sie inzwischen scheinbar an einem ähnlichen Punkt.

              LG, Marion

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              • Liebe Marion,

                die Herausforderung vor der man in solchen Beziehungen steht, ist sicher nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

                Bei uns zuhause muss keiner wegen dem anderen zurückstecken. Wenn mein Mann unterwegs ist, dann bin ich da und wenn ich unterwegs bin, dann ist er da.

                Der Umstand, warum ich so oft unterwegs bin, ist rein der Niederlassung meines Arbeitgebers geschuldet. Unsere deutsche Hauptniederlassung, ist nun mal in Unterschleißheim bei München, also bin ich öfters dort. Während der Arbeitgeber meines Mannes in Frankfurt sitzt. Und da kann man von uns aus gesehen, fast hinspucken.

                Wenn sich einer immer zurücknehmen muss, dann wird das sehr, sehr schwer auf Dauer. Es tut mir leid für deine Freundin und kann nur hoffen, dass sie am Ende doch die Frau findet, mit der sie ihr Leben teilen kann.

                Gruß Julusch

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                • Liebe Julusch,

                  es gehört bestimmt gute Organisation und den Willen sowie die ehrliche Bereitschaft von beiden Partnern dazu, das im Alltag so hinzubekommen. Die Kompromisse des Jobs wegen sind in eurem Fall ja schon nicht ohne. Und wenn das dann wirklich auf Augenhöhe geschieht… Hut ab!

                  Mit dieser Freundin habe ich zu selten Kontakt, als dass ich wirklich Einblick in ihr Privatleben und die ganzen Zusammenhänge nehmen könnte. Aber mir scheint, die Dauerhaftigkeit einer Beziehung ist für sie nicht der wichtigste Punkt. Wenn es stimmt, wunderbar. Wenn es sich ausläuft, dann sieht sie wie aus einer Adlerperspektive darauf und sagt einfach: Spannend, was das neue Jahr diesbezüglich bringen wird; so vieles scheint auf der Welt insgesamt und bei vielen auch privat im Umbruch. Und sie geht davon aus, dass das bei ihr evtl. anstehen könnte. Das Gespräch mit ihrer Freundin hatte sie dazu noch nicht gesucht, weil die grad eine schwierige Phase mit ihren betagten Eltern hat, wo sie gebraucht wird und emotional grad etwas wacklig ist deswegen. Sie wollte sie da jetzt nicht noch zusätzlich belasten.

                  LG, Marion

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  3. Hallo ihr alle,

    wenn es um das Thema „‚Äußeres“ und „erster Eindruck“ geht, kann ich nur Folgendes dazu sagen:

    Wenn ich mal ab und zu bei „Deutschland sucht den Superstar“ reinschaue (was, nebenbei, immer seltener geworden ist), dann kann ich schon beim Reinkommen der Probanden mit 90 %-iger Sicherheit sagen, ob einer singen kann oder nicht. Ich liege damit praktisch immer richtig. Ist es nun das Äußere, an dem ich es erkenne (tatsächlich sehen die Nicht-Könner meistens weniger attraktiv aus – Zufall?) oder sehe ich etwas „hinter“ den Gesichtern (wie z. B. falsche Selbsteinschätzung, Einbildung, Einfältigkeit), das es mir verrät? Ich weiß es nicht.

    Fakt ist jedoch, dass Fälle wie Susann Boyle eben eher die Ausnahme sind. Und – da schließe ich mich Julita an – es ist nervig, dass die Medien sich immer wieder darauf stürzen …

    Was das Technische angeht: Ich habe vor ein paar Jahren zu meinem Geburtstag GENELEC-Boxen für meinen Schreibtisch bekommen, weil ich da (neben dem Auto oder dem Wohnzimmer mit der „großen“ Anlage) am meisten Musik höre.

    Genelec 8020 CPM 2-Wege Aktiv-Studiomonitor

    Die GENELEC sind Studio-Monitore mit absolut geilem, vollem Sound, die meine Ansprüche völlig befriedigen.

    Gute Nacht,
    Helga

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    • Liebe Helga,

      du beschreibst recht gut, was ich oben in meiner Antwort an Julusch eingeflochten habe, nämlich warum wir uns solche Formate anschauen, wenn wir es tun, mit welcher inneren Haltung und was wir dabei für uns mitnehmen (können, wenn wir es wollen).

      Du suchst bewusst deine Fähigkeit zu schulen, Menschen „richtig“ einzuschätzen. Eine spannende Sache. Manchmal tue ich das auch.

      Manchmal frage ich mich aber auch – und erfahre dabei etwas über mich – warum sich Kandidaten dort dermaßen zum Affen machen (lassen)? Und was die antreibt, die die anderen zum Affen machen.

      Was genau ist nervig für dich dran, dass die Medien sich auf Fälle wie Susan Boyle stürzen?

      Was die musikalische Technik angeht, danke ich dir auch für deinen Tipp und schlussfolgere wie gegenüber Julusch: Ab einer bestimmten Summe kann ich mir Qualität kaufen, egal welcher Name drauf steht. Da hab ich für mich das Limit tiefer gesetzt und wollte sehen, inwieweit ich trotzdem ein für mich optimales Klangerlebnis erzielen kann. Mein JLB Lautsprecher hat die gute Qualität, mit der ich zufrieden bin, genauso wie meine Monitor Audio Boxen. Beim JLB kommt es aber drauf an, welcher Qualität das Gerät ist, das ihm den Stoff zum ertönen füttert. Weil hinten nur rauskommen kann, was vorne eingespeist wird. Oder so 😛

      Guten – inzwischen – Mittag 🙂

      LG
      Marion

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  4. @ Marion: Danke dir. ♥ Ich glaube dir, dass du das nachfühlen kannst, gerade auch weil eines deiner Kinder ähnliches erlebt hat im Bezug darauf, wie Menschen sein können. Ich glaube, trotzdem seinen Weg zu gehen, auch wenn die Gesellschaft nicht so recht weiß, was sie mit einem anfangen und wie sie einen nehmen soll, ist die größte Herausforderung, aber es beinhaltet auch viele Geschenke – weil es einen letztlich reifer macht, anders zu sein. Ich fühle mich euch gerade sehr verbunden und wünsche deinem Kind ganz viel Liebe und Kraft auf seinem weiteren Weg. ♥
    Das Buch – ja, ich bin ganz begeistert. Es ist das tibetische Tagebuch von Murdo MacDonald Bayne, ich kann es sehr empfehlen.

    @ Julita: Ja, anscheinend ist das wohl so bei den Menschen. Ich versuche das schon mein Leben lang nachzuvollziehen. Die Forschung weiß, dass die Menschen generell nicht NICHT bewerten können, wie du schon sagst, es ist von der Natur so vorgesehen. Ich frage mich nur, bin ich dann nicht natürlich? Wohl nicht. 🙂 Ich bekomme auch Situationen, die meine Biologie eigentlich als Gefahr erkennen sollte, nie mit, rausche immer voll rein. Na ja. 😉
    Ein bisschen traurig und hoffnungslos machen mich deine Worte; ist es doch genau das was ich meinte, als ich meinen Kommentar schrieb. Menschen bleiben erstmal an der Oberfläche kleben.
    Soviel ich weiß, hat sich ja nachher auch herausgestellt, dass Susan an einer neurologischen Entwicklungsstörung leidet. Im Mainstream heißt das dann zum Beispiel „Landpommeranze“ (was ja allgemein wohl eher negativ belegt ist), nur weil sie anders ist.
    Schön finde ich , dass du, nach dem was du schreibst, jemand bist, der bereit ist, seinen ersten Eindruck zu revidieren. Das ist gut, das braucht die Welt. Menschen, die bereit sind, ihren ersten Eindruck zu revidieren. ♥

    Liebe Grüße!

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    • Ja Meike, es ist eine der größten Herausforderungen und es macht einen reifer, wenn man es denn schafft. Manchmal ist bei meinem bald 32jährigen ersten Kind nicht absehbar, wie es letztlich noch besser gelingt, aber ich mag den Glauben daran auch nicht aufgeben, dass es noch besser wird.
      Danke für deine ♥liche Verbundenheit mit dieser Situation, die du ja – ein wenig anders geartet, aber dennoch – aus eigener Erfahrung kennst.
      Viel Freude mit deinem Buch 🙂

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    • Hallo Meike,

      ich kann gut nachvollziehen, warum du es traurig und hoffnungslos findest. Auch mir tut es an manchen Stellen noch sehr weh, wenn Menschen mich beurteilen und verurteilen, ohne sich die Mühe zu machen mich kennenzulernen. Da ich genau weiß, wie es sich anfühlt, versuche ich immer zweimal in die „Schublade“ zu schauen.

      Und wenn wir es wirklich eine biologische „Andersartigkeit“ nennen wollen, dann zeigt diese doch genau, dass du ein Mensch mit einem großen Herzen bist. Und das ist etwas, was mir im wahren Leben nicht so oft begegnet. Darauf kann man stolz sein.

      Ich wünsche die einen schönen und restlichen Sonntag.

      Gruß Julusch

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  5. Liebe Marion,

    ich kann dir sagen, was mich an dem Medienrummel um Menschen wie Susan Boyle stört:

    Sie kann gut singen – ja. Singt sie besser als viele andere, die ein nicht auffallendes, durchschnittliches Äußeres haben? NEIN. Die Medien stürzen sich auf sie, weil es etwas Besonderes zu sein scheint, dass ein vom Äußeren her eher unattraktiver Mensch gut singen kann! Dadurch wird das ganze zum „Wunder“ hochstilisiert!! Oh, obwohl sie so aussieht, kann sie singen??!, denken die Leute. Und in ihren Köpfen wird es zu einer besonderen Leistung. Was es nicht ist. Es ist normal, dass „solche“ Leute auch Dinge gut können! Warum so einen Hype daraus machen? DAS stört mich!

    Schönen Nachmittag allerseits,
    Helga

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