Frühling bricht sich Bahn

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Am Sonntag freute ich mich – vielleicht gerade wegen des stürmischen Wetters mit Regen – über diesen Frühlingsboten im Wald:

466 Weiße Pestwurz_Petasites albus_29.03.2015_mit dem Smartphone

Die Rosen, die ich am Samstag geschenkt bekam, sind inzwischen aufgegangen:

Sie sind natürlich nicht aus unseren Breiten, aber immerhin Fairtrade. Und sie sprechen davon, dass jemand meine Blumensprache gut erfühlte, auch wenn sie meine Frühlingsgefühle für diese Person, die per Emails und stundenlanger Telefonate hervorkeimten, live nicht am Leben halten konnten.

Vielleicht haben die Foto-Artisten unter euch eine Idee, woran es liegen könnte, dass meine Nikon immer schon ein Problem hatte mit der Darstellung von Rot-Tönen, wie man hier etwas sehen kann. Wobei es ja eine sogenannte Bridge-Kamera ist, bei der ich nur bedingt Einstellungen vornehmen kann. Es gäbe z.B. die Möglichkeit eines Weißabgleichs, den ich noch nie ausprobiert hab. Das erste Foto wurde mit der Einstellung für „Dämmerung“ in den Farben halbwegs angenehm und nicht überbelichtet und Rotton-verzerrt wie die beiden anderen.

Gestern war das Wetter sehr durchwachsen: Äußerst windig mit schräg herklatschendem Regen, unterbrochen von sonnigen freundlichen Abschnitten.

In der Werkstatt waren wir eifrig am Arbeiten und zwar Hand in Hand. Diese Art Arbeit hat mich ganz besonders befriedigt. Mein Chef stellte mit dem Lasergerät Resopal-Schilder her (von dem Material würden die Fräser beim Gravieren relativ rasch stumpf und das Ergebnis nicht unbedingt so ganz befriedigend, also spielte er letzte Woche mit den Lasereinstellungen so lange, bis das Ergebnis zufriedenstellend aussah), die ich nach dem Lasern auf die richtige Größe zuschnitt, vorsichtig 4 Löcher an den Ecken bohrte (das Material reißt leicht aus) und sie dann noch wie für versenkte Schrauben an den Rändern leicht nachbearbeitete, so dass die leichten Ausreisser verschwanden sowie die Kanten ringsum facettierte (Kanten brechen), damit auch hier die eventuellen kleinen Materialausreisser verschwinden. Anschließend habe ich auf die Rückseite doppelseitige Selbstklebefolie angebracht, so wie es der Kunde wünscht.

Während der Mittagspause war ich seit langem mal wieder mit meiner Kollegin privat beim Essen und Ratschen. Wir hatten es gut zusammen und ihr Ausspruch zum Schluss, dass ich ja eine wahre Wundertüte sei, führte zu inneren freudigen Hüpfern 🙂

Am Nachmittag hab ich zwischendurch Telefon und Laden mit bedient, um dem Chef soweit als möglich den Rücken freizuhalten. Ein Set von je 2 Schildern benötigte im Lasergerät ca. 23 Min. Dieser Auftrag gab den ganzen Tag zu tun.

Um aber auf den Frühling zurück zu kommen und warum ich in diesem Zusammenhang von der Arbeit erzähle. Als ich gestern Abend heim kam, war ich nicht wie gewohnt müde und zerschlagen nach einem langen Arbeitstag, sondern empfand immer noch Spannkraft, so dass als erstes der Abwasch des Geschirrs dran war und dann die Zubereitung meines Abendessens.

Gerade zur Zeit spüre ich immer häufiger diese langsam wiederkehrende Spannkraft, die spätestens seit Dezember 2013 völlig fehlte, als mein Mann und ich uns trennten.

Jetzt im Rückblick sehe ich die Schulterbeschwerden links als körperlichen Ausdruck davon, dass ich emotional völlig am Anschlag mit mir war.

Vor ein paar Wochen, während die Physiotherapeutin noch jedes Mal dabei war, die Bewegungsfähigkeit meines linken Arms mit gefühlvoller Massage der Muskeln und anschließend per Dehnung der Muskeln und Sehnen cm-Weise zurück zu gewinnen, begann die rechte Schulter ganz ähnliche Beschwerden zu zeigen wie die linke zu Beginn des Ganzen im letzten Sommer. Ich bekam manchmal Angst, dass mir nun das gleiche rechts nochmal blüht. Aber die Physiotherapeutin, die sich privat intensiv mit persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten befasst und meine Ist-Situation durch meine Erzählungen sehr gut einschätzen kann – es gab parallel zur körperlichen Physiotherapie stets rege Gespräche – reagierte sofort und behandelte die rechte Seite mit, damit es dort gar nicht erst einreißt und fragte jedes Mal, ob dort Bewegungseinschränkungen auftreten, was ich stets verneinen konnte.

Ich konnte wahrnehmen, dass das emotionale Am-Boden-Liegen sich zurück gezogen hatte und die rechte Seite nun per intensiver Verspannungen von Ängsten fragte, ob ich tatsächlich schon wieder handlungsfähig bin.

Die Begegnung mit dem Verehrer hat mir in dieser Hinsicht tatsächlich wertvolle Dienste geleistet. Auch wenn ich von Angesicht zu Angesicht sofort spürte: Nein, das ist es nicht, das geht nicht! – durfte ich davor erfahren, dass es das gibt, dass ein Mensch emotional ganz auf meiner Wellenlänge liegt, mich sehr gut erfühlen und verstehen kann, in vielem sehr ähnlich tickt, was so vieles so leicht erscheinen lässt. Dass er für die Umstände und den Ort zu einem ersten Treffen zwar Ideen brachte, mir aber die letzte Entscheidung dazu völlig überließ; dass er im Vorfeld unserer Live-Begegnung so nervös war, dass er das Popcorn im Gerät anbrennen ließ, beim Grillen vergaß den Deckel zuzumachen und schließlich vor seinem Aufbrechen die Unterwäsche suchte; das alles machte es mir leicht, relativ gelassen bei mir zu bleiben und zu merken: Es ist ganz menschlich in so einem Zusammenhang aufgeregt zu sein, aber wenn der andere diese Rolle schon übernimmt, muss ich es nicht noch sein.

Als ich ihm bei einem Waldspaziergang schließlich den Wermut einschenken musste – wir waren uns einig, dass uns nur Ehrlichkeit und Offenheit weiter bringt und zwar so früh wie möglich, anstatt einander unnötig zu quälen – führte es zu sprachloser Ohnmacht und spürbar großer Traurigkeit und Enttäuschung seinerseits. Als er abgefahren war, freute ich mich auf meine freie Zeit für den Rest des Samstags und den Sonntag, so ganz für mich allein. War stolz auf mein klares Gefühl und die im Lauf der Jahre schwer errungene Fähigkeit, zum rechten Zeitpunkt unterscheiden zu können und, falls nötig, Nein zu sagen. Das gibt ein gutes sicheres Gefühl, dass jetzt das Passende in mein Leben kommen kann.

Dieser Frühling lässt mich spüren, dass Lebenskräfte nach langen inneren Kämpfen bis zur Erschöpfung und darüber hinaus zurück kehren, dass ich mühsam errungene innere Fähigkeiten ernten und anwenden darf, dass nach dem Zufallen von Türen, in die ich in sehnsüchtiger Erwartung und in verzweifeltem Kampf eintreten wollte, sich neue öffnen werden, die für mich zugänglich sein werden. Zu seiner Zeit.

Und passend dazu ziehen sich die Schulterbeschwerden insgesamt zurück. Links gab es letzte Woche einen Spontanfortschritt von etwa 20 Grad erweiterter Bewegungsmöglichkeit. Jetzt geht es noch um das Manifestieren eines guten Gleichgewichts von links und rechts, das Ausbalancieren der Waage beider Schultern. Ein paar Physiotherapie-Termine habe ich dazu noch.

Und während es heute draußen noch mehr stürmt als gestern…

470 Himmel bei stürmischem Wetter

… und sich Sonne und Wolken abwechseln, scheint heute zumindest weitgehend der Regen auszubleiben.

Der einzige Nachbar des gleichen Hauseingangs, in dem ich wohne (die Wohnung über mir), ist am Sonntag mit großer Möbel-Zerleg- und Abtransport-Aktion sowie hörbarem Großreinemachen ausgezogen und gestern Abend fand ich am Briefkasten einen neuen Namen. Auch hier das Gefühl eines Neubeginns, der für mich, wie ich hoffe, Verbesserung und Erleichterung mit sich bringen könnte in Bezug auf das Sauberhalten des Treppenhauses und des Vorplatzes vom Haus.

Auf die Energien eines kraftvollen Neubeginns nach langem schwerem Ringen…!

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11 Gedanken zu „Frühling bricht sich Bahn

  1. Da freu ich mich einfach für Dich, Marion ! ⭐ Gut gehts dir besser.
    Was die Farbverschiebung betrifft, hab dasselbe mit meiner Kamera bei violetten Tönen. Weissabgleich umstellen hilft. Oder sonst in Fotoxx bearbeiten…
    LG Iwan

    Gefällt 1 Person

    • Danke Iwan, das freut wiederum mich. Ich weiß nicht, ob ich umgekehrt ähnlich gelassen sein könnte und mich einfach mitfreuen. Aber eines Tages werde ich auch dorthin kommen.

      Ich erinnere mich, dass du das mit dem Weißabgleich bei meiner Kamera schon mal versucht hast und es nicht zum gewünschten Ergebnis führte. Aber ich werde selbst nochmal schauen und probieren. Und auch mit Fotonachbearbeitung hab ich vor, mich mal noch genauer zu befassen. Mal sehen, ob ich das Rot dann notfalls damit bessern kann.

      Lass es dir gut gehen…

      LG
      Marion

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Marion,
    ich freue mich sehr, dass Deine Spannkraft zurückgekehrt ist und dass auch Deine körperlichen Beschwerden abnehmen. Dass das weiterhin so sein wird, dafür halte ich Dir die Daumen.
    Wunderschöne Fotos hast Du einmal mehr eingestellt. Zum „Rotproblem“ kann ich allerdings nur wenig sagen. Meine Kamera habe ich so gut wie immer auf „automatischen Weißabgleich“ eingestellt und fahre ganz gut damit. Ich muss allerdings sagen, dass ich in punkto Farbtreue kein zuverlässiger Beobachter bin, weil ich eine ausgeprägte Schwäche im rot-grün Bereich habe. Nicht farbenblind, denn ich kann Rot von Grün durchaus unterscheiden, aber bei Mischtönen wird’s problematisch.
    Hab‘ eine feine Woche, und lass‘ es Dir gut gehen,
    Pit

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Pit,

      du als treue Seele hast meinen Weg bloggender Weise mitbekommen und immer wieder auch freundlich kommentiert. Dafür danke ich dir an dieser Stelle ganz ❤ lich und freue mich auch heute über deine positiven Worte und guten Wünsche.

      Nicht jeder hat eine Stärke im Bereich der feinen Farbwahrnehmung. Ich glaube, auch mir ist sie nicht unbedingt eigen, aber in dem Fall fällt es mir schon lange auf, dass das Rot auf den Fotos einfach abweicht und meist wie überbelichtet aussieht gegenüber dem, was meine Augen in der Realität sehen.

      Ich wünsch dir auch eine feine Woche und freu mich morgen auf die Arbeit (u.a. steht ein Sponsor-Schild für eine wunderschöne neue Bank aus Holzbohlen an) und einen weiteren Physiotherapie-Termin.

      Gruß
      Marion

      Gefällt 1 Person

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