Kreativer Freitag 10.04.2015: Wenn man EINMAL anfängt!

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Ist schon ’ne Weile her, dass ich bei Elisas Kreativem Freitag mitmachte. Dieser Beitrag bedeutet, ich versuche diesmal mitzumachen – per diesem Beitrag 😉

Das Thema ist: Wenn man EINMAL anfängt! und hier findet ihr Elisas Worte zum Thema. Sie dachte dabei ein Knabbereien, Sammelleidenschaft oder… Na, das Thema ist ergiebig, keine Frage, in verschiedene Richtungen. Mir scheinen dem kaum Grenzen gesetzt.

Mir persönlich fiel dazu als erstes spontan ein: Wenn ich EINMAL anfange zu malen… Wenn ich mich also einmal durchgerungen habe, dass es gerade nichts Wichtigeres zu tun gibt, ich Zeit und inneren Raum habe, beschlossen habe, mit welchem Material ich malen möchte, alles hergeräumt hab und loslege – dann möchte ich oft kaum mehr aufhören. Beim Malen mit Ölfarben bedeutet das in der Regel auch, dass es nicht bei einem Bild bleibt. Wenn ich dann schon mal dabei bin… 🙂 Was nicht heißt, wie Elisa manchmal so schön sagt, dass ich es könnte. Ich mache es dann einfach trotzdem.

Bei dieser ersten Idee sah ich mich beim Malen – und Hugo oben rechts am Bildrand, wie er stumm zuschaut und sich raus hält. Weil er weiß, dass ich Spaß dran habe, dass es mir dabei gut geht und dass er mich während dessen vor nichts schützen muss.

Heute dachte ich dann: Wenn ich EINMAL anfange kreativ zu werden… Mir fiel die Lebensphase ab 2009 (bis 2012) ein, wo ich aus dem Job ausstieg, genug Polster auf der Seite hatte, um mich erst mal zurück zu lehnen und den Raum hatte, das zu machen, was ich einfach gern mache.

Ich nahm das Kettenfädeln wieder auf, das ich als Kind angefangen hatte…

Ich strickte für meinen Mann eine Jacke, nach seinen Wünschen.

Ich machte für die erste eigene Wohnung meiner Tochter ein Schlüsselbrett, passend zu dem Spiegel, den ihr eine Freundin geschenkt hatte. Es sah diesem recht ähnlich, das ich letztes Jahr für meine Kollegin nochmal anfertigte:

Schlüsselbrett Monika

und fertigte verschiedene Schmuck- und Schlüsselhalter:

Ich malte

Ich eröffnete bei DaWanda einen Shop und verkaufte meine Sachen. Es hat Spaß gemacht.

Und ich glaube, meinen jetzigen Job bekam ich auch deswegen, weil ich nach meinem langjährigen Bürojob angeben konnte, kreativ tätig gewesen zu sein und meine Sachen auch verkauft zu haben.

Aber weiter zum Thema…

Am Donnerstag geriet ich durch ein Gespräch mit einer Frau, der ich draußen bei einem Spaziergang begegnet war, an alte Ängste und hatte richtig Mühe, da wieder auszusteigen. Diese Frau verkauft Nahrungsergänzungsmittel hochwertiger Natur und ist dabei sich damit selbstständig zu machen. Natürlich wusste sie zu berichten, dass heute niemand mehr durch normales Essen ausreichend Nährstoffe zu sich nehme und lobte in den höchsten Tönen die Produkte. Wäre ich ihren Worten gefolgt, hätte ich glauben müssen, dass niemand mehr krank werden kann, wenn er diese Produkte nimmt bzw. dass jeder, der krank ist, damit gesund werden kann. Auch wenn sie sich leicht anders ausdrückte, z.B. sie habe damit ihre Schilddrüsenunterfunktion in den Griff bekommen. Ich will sagen: Im Nachgang zu dem Gespräch ratterte es in mir einigermaßen, bis ich wieder bei meinem Standpunkt angelangt war.

Heute Nachmittag geriet ich an alte Ängste, indem ich ein wenig weiterlas in dem Buch „Goodbye, Jehova!“ von Misha Anouk. Viele Gedanken folgten.

U.a. kam ich zu dem Gedanken, dass Kreativität und sich den Lebensunterhalt verdienen aus irgend einem Grund innerlich bei mir noch nicht recht zusammen gehen. Eine Instanz in mir sagt: Du kannst Spaß haben mit Kreativem, aber es ist nicht genug wert, um davon zu leben. Du kannst einen kreativen Beruf ausüben, von dem du leben kannst, aber der Spaß dürfte sich dabei in Grenzen halten und die Einkommensmöglichkeit ist begrenzt. Es dachte und dachte

Und ich dachte auch: Wenn ich EINMAL anfange zu denken…

Und merkte: Aha, da hat sich aber was verändert. Wenn ich früher anfing zu denken, dann waren es häufig Schleifen ohne rechten Ausgang, weil die Gedanken lediglich verhinderten, dass ich bestimmte Gefühle oder unangenehme Erkenntnisse wahrnehme, es war ein oben drüber denken. Jetzt ist das aber anders. Wenn ich einmal anfange zu denken, dann läuft das im Untergrund weiter, neben der Arbeit, in der Bahn auf dem Weg in die Arbeit oder nach Hause und wenn ich genug nachgedacht habe, kann ich eine Art Summe zu einem Thema machen, die meinen Ist-Stand angibt, wo ich gefühlsmäßig und von der Sichtweise her im Moment stehe. Und damit kann ich die Gedanken dann auch wieder loslassen.

So kann ich also mit diesem Beitrag zum Thema Wenn man EINMAL anfängt! nur enden: Dann hört es zu seiner Zeit auch wieder auf. Oder wandelt sich, wird zu etwas Neuem.

Und das mag ich jetzt mal übertragen auf das Essen von Süßigkeiten, auf das Spielen von virtuellen Spielen während schwieriger Phasen, auf alles, das ich tue, wenn es mir nicht so gut geht. Obwohl es mir nicht unbedingt gut tut. Und ich mich dann selbst dafür schimpfe. Ich tue das, wenn ich noch keinen anderen Ausweg dafür weiß.

Jetzt kann ich also sagen: Wenn ich EINMAL anfange, dann wird es auch wieder anders…

Danke Elisa!

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4 Gedanken zu „Kreativer Freitag 10.04.2015: Wenn man EINMAL anfängt!

  1. Liebe Marion,

    ich danke dir für diesen schönen und lebensklugen Artikel! Den Aspekt, dass alles, was man einmal anfängt, irgendwann auch wieder aufhört, hatte ich in dem Zusammenhang noch gar nicht gesehen, aber es stimmt ja. Ich beneide junge Menschen nicht, die anfangen, ins Leben zu stolpern und alles noch als absolut wahrnehmen.
    Es kann sehr schön sein, im Jetzt zu leben, aber es kann auch sehr schwer sein, wenn man das beruhigende Gefühl, dass es auch wieder besser kommt, noch nicht so kennt.
    Umso schöner ist es, wenn man durch Kreativität, Malen oder Schreiben, einfach mal aus dem Karussell aussteigen und entspannen kann. Umso leichter fällt es danach, sich mit dem Ist-Zustand anzufreunden, wenn es mal nicht so rund läuft. Und die Fotos, die du heute gezeigt hast, sind wunderschön! Man sieht an deinen Arbeiten, was für ein liebevoller Mensch du bist. Und dein Hugo ist auch einer von den Guten! 😉

    Schön, dass du im Kreativkick dabei bist und liebe Grüße,

    Elisa

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Elisa,

      das Vertrauen ins Leben und dass alles richtig kommt, ist quasi recht frisch bei mir. Ich hatte es vorher höchstens phasenweise. Jetzt komme ich auf einer neuen Stufe davon an. Vieles ist noch im Umbruch und vieles noch offen in meinem Leben.

      Ich danke dir ganz ❤ lich für deine anerkennenden Worte. Deine Kreativität sprüht in ganz anderen Farben als meine, wenn ich das mal im übertragenen Sinne so sagen möchte, aber genau das darf ja auch so sein. So wird die Welt bunt 🙂

      Ganz liebe Grüße und ein entspanntes Wochenende!
      Marion

      Gefällt 2 Personen

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