Macht Hoffnung

Gives hope

1296 Blume 11.04.2015

Immer mal wieder fragte ich mich, ob die Möglichkeit, online eine Petition oder einen Aufruf mit zu unterzeichnen, nicht nur Augenwischerei ist und was damit wirklich (in den Köpfen) bewegt werden kann.

Die Albert Schweizer Stiftung hatte online mobil gemacht wegen des blutigen Gadhimai Schlachtfestes in Nepal, an der Grenze zu Indien, das von gläubigen Hindus begangen wurde (bei focus.de nach dem letzten Schlachtfest 2014, bei RP Online nach dem vorletzten Schlachtfest 2009). Es wurde im großen Stil für die Göttin Gadhimai geopfert.

I was wondering off and on, if online petitions and appeals are just a snow job. Can it encourage a change, also in heads?

The Albert Schweizer Foundation had mobilized against bloody Gadhimai Butchering Celebration in Nepal, near the boarder to India, which was marked from Hindu believers. They sacrificed for the goddess Gadhimai on a grand scale.

Was ich eben hier (aktueller Zusatz vom 28. Juli 2015 ganz unten) las, macht Hoffnung:

Heute hat der »Gadhimai Temple Trust« im Rahmen eine Pressekonferenz bekannt gegeben, dass das Gadhimai-Schlachtfest für immer eingestellt wird. […]

Dieser Erfolg ändert eine 300-jährige Tradition. Auch in Zukunft werden die Gadhimai-Feste noch gefeiert werden, aber es werden »Feste des Lebens«, wie es der Gadhimai Temple Trust beschreibt.

Wir gratulieren allen Personen und Organisationen, die darauf hingearbeitet haben und freuen uns, dass wir einen kleinen Beitrag zu diesem Erfolg leisten konnten!

Besonders imponiert mir die lange Tradition und dass TROTZDEM durch Aktionen ein Umdenken angeregt werden konnte.

Auf das Leben! 🙂

What I read just now here (addition at the bottom from 28th of July 2015) gives hope:

Today the »Gadhimai Temple Trust« made public within a media conference, that the Gadhimai Butchering Celebration will be ceased forever. […]

This success changes a 300 years lasting tradition. In the future there will be Gadhimai-Celebrations, too. But it would be »Celebrations Of Life«, like the Gadhimai Temple Trust describes it.

We congratulate all peoples and organisations, which had aimed at it and we are happy to have our little contribution to this success!

I’m especially impressed by encouraging a rethink through actions IN SPITE OF a long lasting tradition.

Let’s hear it for life!

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6 Gedanken zu „Macht Hoffnung

  1. Das ist wirklich eine wunderbare Nachricht!

    Was diese Online-Petitionen angeht –

    Ich bekomme regelmäßig Mails von Campact, Avaaz und neuerdings auch Sumofus (oderso, ist aus Amerika). Wir bekommen da natürlich auch Rückmeldungen, ich weiß also, dass diese Klicksammlungen oft tatsächlich etwas bewirken.

    Warum?

    Diejenigen, die wir damit erreichen wollen, erfahren: Wir sehen, was ihr tut. Wir sehen es, und wir wollen es nicht.
    So ein negatives Feedback gibt manchen zu denken, weil es zu Umsatzeinbußen führen kann.
    Wir sehen, was ihr tut. Überall auf der Welt sehen wir, was ihr tut. Und ihr erfahrt, dass wir euch sehen und nicht mögen, was wir sehen.

    Ein weiterer Aspekt spielt auch mit rein. Die meisten von uns wollen gemocht werden und sammlen „Danke“-Klicks, und „Like“s, und „Gefällt mir“s. Diese Online-Petititionen sind Sammlungen von „Gefällt mir nicht“s und „mag ich nicht“s. Die haben eine unmittelbare emotionale Wirkung, vor der auch Politiker, Manager etc nicht gefeit sind.

    Noch was: Manchmal können die UnterzeichnerInnen auch Kommentare schreiben, die zu lesen kann sehr inspirierend und auch informativ sein.

    Und noch was. Manchmal gucke ich mir an, wie Unterschriften eintrudeln, mehrere pro Sekunde, aus der ganzen Welt, westliche Länder, naher Osten, Asien, Indien, Afrika… Zu Menschenrechtsanliegen, oder Tierschutz, Umweltschutz, whatever. Es ist bewegend, das zu erleben. Es schafft ein Gefühl von Verbundenheit, und das ist mehr als nur Wohlfühlschwiemel. Es hat Wirkung. Es schafft tatsächlich eine Verbundenheit.
    Davon bin ich überzeugt, darauf basiert auch mein magisches/spirituelles Weltbild und mein Wirken.

    Nur ab und zu was zu klicken ist natürlich nicht genug. Das ist kein Argument gegen das Klicken, sondern nur ein Argument daFÜR, mehr zu tun.

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    • Wow, da ist dir ja richtig viel eingefallen. Ganz toll. Danke ⭐ !

      Ich beobachte es ähnlich wie du und auch wenn ich es noch nie in Worte gefasst habe, so scheinen mir deine Worte sehr gut zuzutreffen, das mit: Wir sehen was ihr tut, wir sehen überall auf der Welt was ihr tut. Und das, dass die meisten es nicht mögen, nicht gemocht zu werden und wissen, wenn die Meinung vieler gegen sie ist, führt das zu Umsatzeinbußen und dort ist es für sie dann auch gut zu spüren und hat was mit ihrer Existenz zu tun. Ich finde auch, dass diese Engagements ein Gefühl der Verbundenheit erzeugen und das ist mir wichtig, das zu fördern auf der Welt.

      Zu deinem letzten Satz hab ich mich gefragt: Was kann man noch tun außer zu klicken, die Augen offen zu halten usw. Fällt dir dazu auch so viel ein?

      Ich denke manchmal darüber nach. Zum Beispiel ist mir aufgefallen, dass die vielen Flüchtlinge, die momentan auch die Schweiz überfluten, in der Öffentlichkeit (Presse) und auch zu großen Teilen in der Bevölkerung wirklich nur als Kostenfaktor angesehen werden. Entsprechende Artikel rechnen dann noch, was pro Kopf für Kosten entstehen.

      Ein einziger redaktioneller Artikel in einem regionalen Blatt fiel mir kürzlich auf, der in eine völlig andere Richtung ging, nämlich was diese Menschen mitbringen und zu geben haben. Und es wurde eingeladen zu einer Örtlichkeit, wo man sich das anschauen kann, was sie zu geben haben. Als ich verwundert guckte, wer der Urheber dieses Beitrags ist, fand ich eine kirchliche Organisation. Und ich fragte mich: Gibt es außer den Kirchen keine Menschen, die sich fragen, was man tun kann, um ein friedliches Miteinander zu erreichen?

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      • Ahaja, als ich es großartig hinschrieb hab ich auch darüber nachgedacht: was also tun?

        Meine Eltern sind politisch sehr engagiert. Was mich immer, schon als Kind ungeduldig und unglücklich gemacht hat: Diese endlosen Debatten und Diskussionen über die Missstände, ohne darüber zu sprechen, was wir TUN können. Achja, wählen gehn.
        Ich wollte dann was TUN, drum bin ich in der Spätpubertät in so ner poltischen Jungendorganisation gelandet. Da ham wir dann Flugis entworfen und verteilt, demonstriert, Kongresse gehabt, Infostände- der Kram halt.
        Mit der Zeit fand ich das genauso deprimierend und sinnlos wie die politischen Debatten in meinem Elternhaus.

        Was ich heute tu, darüber habe ich auch schon Debatten mit so poltischen Supermackern gehabt, die mir erklärt haben, wie albern, naiv und kindisch ich bin, dass das alles nichts nützt, weil zuerst muss ja die Revo kommen, und DANN, dass ich in private Scheinwelten flüchte, dass ich mich habe gehirnwaschenlassen von Esoterik und Religion.
        Jo, das dürft ihr gerne meinen. Ich steige aus den System aus. Ich kämpfe nicht mehr dagegen,ich sorge dafür, dass ich in meiner Mitte bin und es mir gut geht (so gut ich halt kann). Dann ist die Welt schon ein kleines bisschen besser.
        Ich achte auf mein Konsumverhalten. Ich kaufe fast nur regional und bio. Sowas ist eine Form von Wahl, die jeden Tag stattfindet: in den Geschäften. Ich werd nicht müde, das zu wiederholen. Die Demokratie findet statt: durch unser Konsumverhalten.

        Dann natürlich Informationen weitergeben, LICHT reinlassen. Nicht so, wie ich früher dachte (Deomos, Flugis): mit Überzeugen. Nee. Mit Vormachen und erzählen, was für mich heilsam ist. Da kenn ich mich aus, und das kann bei anderen dann mehr bewirken als aggressives Belehren.

        Ich war mal sehr verzweifelt wg. Umweltverschmutzung und Weltpolitik und so und habe dazu das I Ging gefragt. Ich bekam 61: Innere Wahrheit. Vor allem dieser Abschnitt hat mich berührt:
        «der Edle weilt in seinem Zimmer. Äußert er seine Worte gut, so findet er Zustimmung aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr aus der Nähe Weilt der Edle in seinem Zimmer und äußert seine Worte nicht gut, so findet er Widerspruch aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr noch aus der Nähe! Die Worte gehen von der eigenen Person aus und wirken auf die Menschen. Die Werke entstehen in der Nähe und werden sichtbar in der Ferne. Worte und Werke sind des Edlen Türangel und Armbrustfeder. Indem sich diese Angel und Feder bewegen, bringen sie Ehre oder Schande. Durch Worte und Werke bewegt der Edle Himmel und Erde. Muß man da nicht vorsichtig sein?»
        (schuledesrades.org I Ging 61 Innere Wahrheit)
        Ich hab das so verstanden (tu ich immer noch), dass ich viel mehr Einfluss und Macht habe, als ich glaube. Dass ich diese Macht nicht nutze und verschwende und dem unheilsamen System zur Verfügung stelle, wenn ich Angst habe, mich mutlos und machtlos fühle. Und drum ist zur Zeit (neben sozial- und ökologisch so heilsamen Lebenswandel, wie gut, wie ich halt kann) meine wichtigste Übung, mein Vertrauen zu üben, den Moment zu schätzen. Ich finde das nicht so einfach, und ich vermute, das hat eine viel größere Wirkung, als wir im – im System verstrickt und vom System geprägt – ahnen und glauben sollen.

        Was das Andere angeht: warum die Menschen so herzlos und neben der Wirklichkeit herfühlen und denken – das hängt damit zusammen. Die denken und fühlen Systemkonform, und für das System ist Geld wichtig. Haben, Konsum. Arme Schlucker, die nicht konsumieren (kein Geld haben, sich Zeug zu kaufen), sondern Unterstützung brauchen, die passen nicht. Die dürfen im Sweatshop schuften, möglichst weit weg, damit wir billige Computer kaufen können, jedes Jahr nen Neuen.

        Warum nur die Kirchen? Das ist ja je nachdem unterschiedlich, wer sich engagiert. Es ist ja auch möglich, z.B., selber ne Peitiion zu starten, bei Avaaz z.B.

        Oje, wieder viel Text. X)

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        • P.S. Und da kommt so ungefähr zeitgleich ein Artikel von Solveig – Tales of an Urban Priestess: warum ich wütend bin.
          Kann ich aus ganzem herzen voll und ganz unterschreiben, und zwei Sachen fallen mir dazu noch ein, die ich persönlich tu und tatsächlich für heilsam halte . nicht nur für mich, sondern auch für meine Umwelt:
          Ich lese keine Zeitung, höre kein Radio und gucke kein Fernsehen. Das mach ich so, seit ich von zuhause weg bin, und ich stelle fest, dass ich trotzdem insgesamt ganz gut informiert bin. Und ich rege mich viel weniger AUF, habe weniger Angst, konsumiere nebenbei auch weniger (Reklame wirkt nun mal, auch wenn ich weiß, dass es so ist. Ich habe das bei mir beobachtet. Wenn ich Reklame ausgesetzt bin, konsumiere ich mehr Mist.).

          Ich habe mal beschlossen, dass ich nicht mehr leiden will an einem Elend, an dem ich nichts ändern kann. Stattdessen möchte ich wenig leiden, und dafür so mutig sein, dass ich Elend vor Ort erkenne (!) und dazu beitrage, es zu beseitigen. Freundlich zu meinen Mitmenschen zu sein, anderen beizustehen, wenn ich mitbekomme, dass sie schlecht behandelt werden. Sowas. Zivicourage – nein, ich nenn das lieber Kulturcourage. Ich will nicht zivilisiert sein.

          Und naja, weil ich mich nicht aktiv bei Greenpeace und Camapct und so beteilige – bin halt Mitglied bei Greenpeace und spende ab und zu was, wenn Avaaz u.A. erklären, wozu sie’s brauchen und ich das wichtig finde. Ist nur wenig, und wenn das alle tun, kommt doch was zusammen.

          Und desweiteren bin ich selber offen für Vorschläge, was wir tun können! Bei mir ist da noch viel Raum nach oben…

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        • Schöner Text. Danke fürs Schreiben. Und selbst denken. Und entsprechend handeln.

          Als ich aus der Sekte raus bin (bzw. ausgeschlossen wurde), in der ich aufgewachsen war, gab es zunächst einen unschönen Scheidungs- und Sorgerechtsprozess um meine beiden Kinder. Ich sah Ungerechtigkeit trotz Gesetzen (die ungenügend oder unpassend sind und von Menschen angewendet oder umgesetzt werden, die…, na ja…) und sagte, wenn ich mit meinem durch bin (meine Kinder betreffend), engagiere ich mich, damit sich – auch für andere in ähnlichen Situationen – was ändern kann. Als es soweit war, sah ich mich dort nicht mehr. Mein Eindruck war, ich würde mich aufreiben, meine Energie verlieren, für nichts und wieder nichts (Windmühlen). Also verwendete ich weiterhin meine Energie darauf, bei mir selbst zu schauen was ich verbessern kann, was mich heiler machen kann, was mir inneren Frieden bringt usw.

          Ich denke heute, jeder darf sich dort und auf die Art engagieren, wie es zu ihm/ihr am besten passt. Man kann in jedem Bereich Erfahrungen machen und dazu lernen. Für mich kann ich nur das tun, was genau für mich stimmt. Für andere darf etwas anderes stimmen. Bei manchen kann ich wahrnehmen, dass sie genau an ihrem Wirkungsort richtig sind, auch wenn das überhaupt nicht meins wäre und mir nicht entspricht.

          Du und ich sind uns von der inneren Haltung her vielleicht nicht unähnlich.

          Manchmal habe ich das Gefühl, es ist recht wenig, was ich tue (tun kann). Natürlich könnte ich immer „mehr“ tun, aber wenn es nicht das für mich richtige ist, dann wäre es Energieverschwendung, es würde niemandem dienen, es würde aber schaden. Nämlich mir.

          Wenn sich jeder in erster Linie auf das konzentrieren würde, was ihn heiler macht und ihm inneren Frieden bringt, obwohl das ganz unterschiedliche Dinge sein könnten, würde die Welt anders aussehen. Aber davon möchte ich auch niemanden überzeugen müssen. Es muss ein Bedürfnis von innen heraus sein und es muss für die Person stimmen.

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          • Ich lese kaum Zeitung, höre wenig Radio (wenn, dann am liebsten Sender ohne Werbung und Gequatsche, Radio Swiss Pop ist z.B. so einer) und gucke wenig TV. Und ich stelle auch fest, dass ich trotzdem insgesamt ganz gut informiert bin und vor allem, dass es mir selbst gut tut. Und ich daher auch anderen diene, weil ich in Gesprächen kürzer und klarer etwas einbringen kann. Manchmal vielleicht dadurch einen Samen lege für etwas.

            Ein guter Entschluss: … dass ich nicht mehr leiden will an einem Elend, an dem ich nichts ändern kann. Stattdessen möchte ich wenig leiden, und dafür so mutig sein, dass ich Elend vor Ort erkenne (!) und dazu beitrage, es zu beseitigen. Freundlich zu meinen Mitmenschen zu sein, anderen beizustehen, wenn ich mitbekomme, dass sie schlecht behandelt werden. Sowas.

            Für mich darfs ruhig der Begriff Zivilcourage sein, der in der ursprünglichen Bedeutung „Mut des Einzelnen zum eigenen Urteil“ war. In einem gewissen Maß zivilisiert sein ist nichts Schlechtes, glaube ich. Wenn ich mich so benehme, dass ich keinem anderen schade, dann hat das was mit zivilisiert zu tun. Natürlich nicht, dressiert zu sein, so wie andere uns haben wollen.

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