Asbach Uralt

Kennt ihr die Verwendung dieses Begriffes? Es gibt eine negative und eine positive Bedeutung.

Ich hab keine Ahnung, wie sich die negative entwickelt hat, aber wenn wir als Kinder und Jugendliche oder auch noch als junge Erwachsene etwas als sehr überholt betrachteten, sagten wir: Pah, das ist ja schon Asbach Uralt! – im Sinne von: Das ist so alt, das ist ja schon gar nicht mehr wahr, was willst du mit dem alten Zeug.

Die positive Bedeutung für mich persönlich stammt aus der Werbung des Weinbrandes, die mir seit Kindertagen offensichtlich ganz besonders haften geblieben ist.

Sie kam mir dieser Tage in den Sinn: Wenn einem soviel Gutes widerfährt… Es gab die Werbung in diversen Variationen über die Jahre. Zum Glück sind einige davon im Netz zu finden, z.B.

Warum mir soviel Gutes widerfährt? Nun… Ich habe ja in meiner jetzigen Wohnung ein Domizil gefunden, in dem ich mich zurück ziehen und regenerieren konnte. Viel Natur rundum, wunderbarer Ausblick, wie Ihr von meinen Fotos wisst. Auch wenn ich vor allem (ohne Auto) soweit raus aufs Land gezogen bin, weil die Wohnung viel Raum und Ruhe bietet und ich hier nicht fürchten musste, mich mit der Miete zu übernehmen. Nach und nach bin ich angekommen, hab es mir kuschlig gemacht und hab immer mehr zu mir gefunden.

1941 Dahlie rot-weiss_18.10.2014

Was mich nie ganz losließ war der Wunsch eines ähnlichen Domizils näher zu Aarau und damit zu meiner Arbeit sowie Einkaufsmöglichkeiten. Hier draußen bin ich auf die Dauer schon ziemlich „abgehängt“. So habe ich lange den Mietmarkt beobachtet. Neuerdings hat sich da einiges in der von mir bezahlbaren Preisklasse gezeigt, das nicht auf Anhieb zu verwerfen war.

In den letzten Wochen hab ich drei Wohnungen besichtigt. Heute bekam ich die Zusage für eine Genossenschaftswohnung, was mich ganz besonders freut. Ich lebte ja in München bereits lange in einer Genossenschaftswohnung und mag das entsprechende Umfeld und Klima.

Hier in eine Genossenschaftswohnung einziehen zu können fühlt sich ein bisschen an wie „heim kommen“. Auch, weil das direkte Umfeld vermutlich nicht die Bonzen der Schweiz sein werden, in deren Gegenwart ich immer mal wieder das Gefühl hatte, zum halb asozialen Untervolk zu gehören. Es gibt so einige sehr verwöhnte Schweizer, auch wenn ihnen das weder bewusst ist noch sie böse Absichten dabei haben. Für sie ist es normal so. Aber ihre Äußerungen und ihr Verhalten konnten mich treffen.

Das Gute dieser Tage war also einmal die Nähe zu dieser Genossenschaftswohnung, noch bevor ich heute Nachmittag erfuhr, dass ich einen Mietvertrag bekomme. Und damit das plötzliche Bewusstsein: Ich muss mich gar nicht mit jenen verwöhnten gesättigten und dennoch sehr gestressten Leuten vergleichen. Ich will ja gar nicht in ihrer Haut stecken! Ich würde niemals ihren Preis zahlen wollen für diese Art Leben.

Dann war da die Frage der notwendigen Genossenschaftseinlage, die relativ hoch ist und die ich nicht „aus dem Stand“ aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Drei verschiedene Personen könnten mir die Summe leihen, nur eine davon hab ich danach gefragt. Die anderen beiden haben es von sich aus angeboten. Eine davon ist die jetzige Mieterin der Wohnung, die mir angeboten hat, ihre Einlage drin zu lassen und ich könne bei ihr in Raten abzahlen. Das hätte sie auch deswegen getan, weil ihr daran liegt, die Wohnung zum gewünschten Termin verlassen zu können, wozu sie einen Nachmieter braucht. Trotzdem… Es hätte ihr auch egal sein können, wie ich den Betrag aufbringe. Oder sie hätte die Mittel gar nicht erst haben können.

Nun, ich trinke trotzde keinen Asbach, ich habs nicht so mit Alohol. Aber dass mir grad soviel Gutes widerfährt bringt mich in die Verlegenheit entscheiden zu müssen, was davon ich von wem annehme – was für ein Luxus 🙂

1942 Hallwiler See 24.06.2015

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15 Gedanken zu „Asbach Uralt

  1. Hallo Marion,
    das freut mich riesig fuer Dich und ich hoffe, dass Alles mit der neuen Wohnung und dem Umzug, aber auch mit der Finanzierung klappt und dass Du Dich in dem neuen Umfeld so wohl fuehlen wirst wie Du es Dir erhoffst. Ich druecke ganz fest die Daumen dass Dir nur Gutes widerfaehrt.
    Hab’s fein,
    Pit

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    • Hallo Pit,
      danke dir ganz herzlich für deine Anteilnahme und guten Wünsche 🙂
      Heute Morgen habe ich mich an dem Gedanken erfreut, dass ich wieder Sonne in den Fenstern haben werde und das nicht nur über die Sommermonate. Die neue Wohnung ist nach Ost und West ausgerichtet.
      Von dort kann ich mit dem Bus in 10 Min. in Aarau sein, also etwa 15 Min. von Tür zu Tür. Das ist natürlich sehr komfortabel für mich, gegenüber jetzt, wo ich von Tür zu Tür 45 Min. brauche.
      Feinen Dienstag!
      Marion

      Gefällt 2 Personen

    • Danke Carlheinz, du hast das recht erkannt, ich denke es auch, dass eine neue Lebensphase eingeläutet wird mit dem Umzug und dass es eine gute sein wird. Eine, wo ich auf jeden Fall wieder beweglicher bin. Die Klausur hier draußen hats gebraucht, sie geht erfolgreich dem Ende zu.

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    • Danke liebe Annette. Manchmal fügen sich die Dinge und das ist dann ein wunderbares Gefühl. Es war recht unwahrscheinlich, dass ich zum gleichen Mietpreis wie hier draußen näher zu Aarau eine Wohnung finde, die mehr als 1 Zimmer hat. Aber ich hab sorgfältig und geduldig immer wieder geschaut. Dass ich direkt in eine Genossenschaftswohnung eintreten kann, hätte ich mir nie träumen lassen. Von München kenne ich Wartelisten über Jahre…
      Liebe Grüße in deine „Auszeit“, auf dass sie kreativ und erfolgreich für dich ist
      Marion

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      • ich finde das großartig, besonders, dass die Vormieterin dich dabei unterstützt – so etwas habe ich noch nie gehört und beeindruckt mich sehr 🙂
        Danke, ich gehe die Dinge momentan deutlich langsamer an und bin sehr gespannt, was sich daraus entwickelt bzw. wie ich mich dabei entwickeln werde. Viele liebe Grüße, Annette

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        • Sowas ist mir auch noch nie begegnet. Natürlich bedeutet das im Klartext, dass sie das Geld nicht unbedingt benötigen würde. Sie ist jung, schließt gerade ihr Studium ab und erwartet ihr zweites Kind. Der Freund studiert auch noch und deswegen bekamen sie ursprünglich die günstige Wohnung. Die ihnen aber jetzt eindeutig zu klein wird. Ihr wird vieles offen stehen, nicht zuletzt ein fürstliches Gehalt, wie es für Schweizer Akademiker in der Schweiz üblich ist. Sie zieht mit Familie in eine Wohnung, die ihren Eltern gehört. Insofern… Aber trotzdem… Ungewöhnlich ist es so oder so. Es ist schön, wenn jemand soziales Verhalten (die Möglichkeiten einer Genossenschaftswohnung) nicht nur konsumiert, sondern auch selbst lebt.

          Ich verstehe das gut, bewusst mal ein paar Takte langsamer zu leben und vielleicht aufmerksamer mit manchem umzugehen. Was sich daraus entwickelt, wird vielleicht erst im Rückblick gut sichtbar sein. Und du wirst dich daran erfreuen.

          Liebe Grüße, Marion

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          • die Geschichte gefällt mir immer besser!
            Hach, schön, es gibt Hoffnung für die Menschheit 🙂
            Momentan genieße ich es sehr, in dieser trüben Jahreszeit mehr nach meinem eigenen Tempo leben zu können. Liebe Grüße, Annette

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  2. Liebe Marion,
    das freut mich sehr für dich! Das einem und hier insbesondere dir soviel Gutes widerfährt kann meines Erachtens nur passieren, wenn man auch bereit ist selbst zu geben und eine Offenheit an den Tag legt wie du es machst.

    Herzlichen Glückwunsch somit an dich, du hast es verdient.
    Liebe Grüße aus München
    Bettina

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    • Ach liebe Bettina, schön von dir zu lesen 🙂
      Meine Kollegin sagte gestern das gleiche, dass das zurück kommt, was man selbst gibt.
      Danke dir, ich schätze deinen Kommentar sehr ⭐

      Liebe Grüße nach München
      aus einem heute grau durchwachsenen Tag im Mittelland der Schweiz
      Marion

      Gefällt 1 Person

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