Woran merkst du…

dass du älter wirst?

Bei jedem sind es vielleicht andere Dinge. Vieles werden wir Menschen vielleicht aber auch ähnlich erleben.

Ich hatte heute eine eindrückliche Erfahrung und die begann so…

Irgendwann Ende letzter Woche, als es regnete, wollte ich morgens vor dem Verlassen der Wohnung in dem Schrank nach dem Regenschirm greifen, wo ich ihn aufbewahre. Nur, er war nicht an seinem Platz. Hm…?! Ich ging ohne Schirm, schützte mich mit der Kapuze und überlegte, wo der Schirm geblieben sein könnte.

Ich vermutete, dass es innerhalb der zwei vorangegangenen Wochen passiert sein musste. Entweder im Bus oder ihm Bähnli, als ich den patschnassen Schirm im Berufsverkehr nicht auf dem Schoß haben wollte und nicht nah der Kleidung, legte ich ihn jeweils auf den Boden. Einmal muss ich ihn wahrscheinlich dort beim Aussteigen liegen lassen haben.

Ich wandte mich also an die beiden zuständigen Stellen für Fundsachen, erhielt aber von beiden Orten die Rückmeldung, dass ein Schirm meiner Beschreibung nicht abgegeben / gefunden worden sei.

Als ich letztens im Nachbardorf einkaufte, fiel mir ein, dass ich einmal meinen Schirm dort am Eingang neben den Einkaufskörben auf den Boden gelegt hatte. Ob ich nach dem Einkauf einfach gegangen bin, ohne ihn wieder aufzunehmen? Ich fragte die Frau an der Kasse. Sie meinte, ich könnte mal im Schirmständer vor dem Eingang nachsehen. Herrenlose Schirme würden dort deponiert. Nun leider, da war er nicht.

Blieb als letztes noch das Schwimmbad, das ich jede Woche aufsuche. Dort könnte ich ihn in den Umkleiden liegen lassen haben. Da wollte ich bei meinem nächsten Besuch mal nachfragen.

Unterdessen fragte ich mich, warum ich wegen knapp 20 € so einen Aufwand betreibe, statt mir einen neuen zu kaufen? Nun, es ging nicht um den Geldbetrag. Irgendwie hatte ich das Gefühl, die Entscheidung zum Kauf eines neuen Schirms steht noch nicht an, warum auch immer.

Als ich heute Vormittag vom Turnen zurückkam, holte ich in der Waschküche die Gießkanne, um das Töpfchen mit verschiedenfarbigen Erikas (Eriken?) vor dem Haus mit Feuchtigkeit zu versorgen. Neben der Gießkanne steht dort am Boden das Lenkerkörbchen meines Fahrrads, das ich nicht nutze. Und was sah ich dort drin liegen? Meinen Regenschirm!

Irgendwann hatte ich ihn dort kurz abgelegt, wahrscheinlich um meine nassen Badesachen aufzuhängen. Danach blieb er dort liegen. Da es ein Ort ist, wo ich ihn vorher noch nie abgelegt hatte und da ich in der letzten Zeit nicht Fahrrad gefahren bin, ist es mir nicht aufgefallen.

Ich dachte: Hm, so ist das wohl mit dem älter Werden… Aber auch: War mein Impuls doch richtig, mit dem Kauf eines neuen Schirms zuzuwarten.

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26 Gedanken zu „Woran merkst du…

    • Haha… Danke für den Link, also ist beides richtig: Erikas und Eriken 😉

      Oh, sowas ist mir zum Glück noch nicht passiert, was du beschreibst. Stell ich mir reichlich unangenehm vor.
      Meinen Wohnungsschlüssel stecke ich immer innen ans Schloss. So fällt er ins Auge, wenn ich die Wohnung verlasse.
      Allerdings ist es mir schon passiert, dass ich den Schlüssel beim Verlassen der Wohnung genau dort eben nicht vorfand und mich sehr wunderte, weil ich ihn nie woanders hinlege. Bis ich feststellte, er steckte außen am Schloss. Ich hatte also beim Heimkommen aufgesperrt, ihn stecken lassen, die Schuhe ausgezogen, bin rein und hab den Schlüssel draußen gelassen. Zum Glück gibt es nur einen Nachbarn im gleichen Hauseingang und er hatte sich nicht den Jux gemacht, mich einzusperren.

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  1. …unabhängig vom Älterwerden war ich immer mal baselig und verlegte etwas…und…
    warum kaufe ich Dinge nicht neu, wenn ich sie verlegt habe, sondern suche sie erst einmal in der stillen Hoffnung, dass sie sich wieder einfinden?
    Es gibt dafür zwei einfache Gründe:
    Zum einen mag ich meine Dinge.
    Der andere ist jedoch bedeutender:
    Das Gefühl, etwas Verlorengeglaubtes wiederzufinden, ist ein glücklicher Herzhopser.
    Ich liebe dieses Gefühl!
    Vor allem dann, wenn ich nicht mehr damit rechne etwas wiederzufinden und das Leben es mir doch unverhofft zurückbringt oder aber mich wiederfinden lässt an unvermuteter Stelle…

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    • Stimmt, ist ein tolles Gefühl.
      Hatte da diesen Frühling zwei Mal das tolle Erlebnis, einen liegen gelassen Geldbeutel samit Ausweis und allen wichtigen Karten wieder zu bekommen und beide Male am gleichen Tag. Beim zweiten Mal war einfach das Bargeld entnommen worden, aber es hätte wirklich schlimmer kommen können.

      Und ja, mir geht es schon auch so, dass ich mich an meine Dinge gewöhnt hab und nicht gern was Neues kaufe, wenn es eine Hoffnung gibt, dass das Gewöhnte doch wieder auftaucht.

      LG an die Funkelnde ⭐

      Gefällt 3 Personen

  2. Sowas hab ich seit der Schulzeit. Ich steh vom Schreibtiwsch auf, um wo hin zu gehen, und wenn ich dann wieder am Schreibtisch sitze, ist mein Stift weg.

    Einmal fand ich ich ihn in der Korolle, einmal im Kühlschrank.

    Seit ich fast nur noch am Computer schreibe, ist es besser geworden…

    (Oh, du hast Schnee aufm Blog! Wie coool! <3)

    Gefällt 2 Personen

  3. Hall Marion,
    na das kenne ich doch nur zu gut. Hätte glatt meine Geschichte sein können. Nur nicht unbedingt mit einem Regenschirm: ich benutze ihn fast nie. 😉 Aber mit anderen Dingen geht es mir so. Normalerweise hat Alles seinen bestimmten Platz, aber dann lege ich etwas, das ich gerade benutze, irgendwo anders ab als normal, und dann finde ich es eben nicht mehr. Ich suche und suche und suche and allen möglichen Stellen, aber die Dinge bleiben verschwunden, bis ich sie, genau wie Du mit dem Regenschirm, per Zufall wiederfinde. Ich nehme mir immer fest vor, alles dahin zurückzulegen, wo es hingehört, aber halte mich dann manchmal doch nicht daran. Also: Du bist wirklich nicht alleine,
    Übrigens: auch körperlich merke ich, vor Allem bei der Gartenarbeit, dass ich älter werde. Bücken und Heben werden schwieriger, und ich werde auch schneller müde. Aber wenn ich genau nachdenke und auch Vergleiche ziehe, dann bin ich sehr froh, was ich alles noch kann. Habe ich jetzt auf unserer Deutschlandreise ganz deutlich vor Augen geführt bekommen. Unser Freund Mike, der mit uns auf Reisen war, ist nur ein Jahr älter als ich, hatte aber, wegen steifer Schultern und Fingern, schon Schwierigkeiten, sich auch nur eine Tasse Kaffee selber einzuschütten, vom Heben der Koffer [das habe ich stattdessen gemacht] einmal ganz zu schweigen.
    Fazit: ich bin froh dankbar für das was ich noch kann.
    Hab’s fein, und pass‘ mir gut auf den Regenschirm auf 😉 😉
    Pit

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    • Hallo Pit,
      danke dir für deinen erfrischenden Kommentar. Ja, es ist so, die Kräfte lassen nach und es ist ein Geschenk, wenn man gegenüber Gleichaltrigen sehen kann, was alles noch geht und wie fit man doch im Vergleich noch ist. Geht mir manchmal auch so.
      Mal sehen, ob der Regenschirm jetzt bei mir bleibt 😉
      Ganz liebe Grüße nach Texas
      Marion

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      • Da faellt mir zum Thema „Regenschirm leeigen lassen“ noch ein: bei mir ist das absolut kein Zeichen fuer zunehmendes Alter! Schon zu meiner Studentenzeit fuhren diverse meiner Regenschirme immer wieder alleine per Bundesbahn durch Deutschland. 😉

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        • Haha, lustig… Stell mir grad deine herumreisenden Regenschirme vor 😆
          Regenschirme sind natürlich dazu prädestiniert, liegen gelassen zu werden. Das hat wohl auch nichts mit dem Alter zu tun. Wenn es aufgehört hat zu regnen, vergisst man sie.
          Aber ich war eigentlich noch nie ein Regenschirm-Vergesser. Ich habe das Gefühl, bei mir ist es schon ein Zeichen des Alters. Aber wer weiß… Vielleicht wäre das nicht passiert, wenn ich nicht wegen dem Wohnungswechsel so viel im Kopf hätte zur Zeit.

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  4. Ich erlebe so etwas auch oft. Ich habe mir antrainiert Dinge nach Möglichkeit an einen festen Platz zu legen. An meinem Schlüsselbund habe ich einen Schlüsselfinder integriert. Mit einer separaten Karte kann ich einen Sensor starten und der Schlüssel piept dann aus irgendeiner Tasche. Ich war die Sucherei einfach leid. Zur Sicherheit habe ich aber viele Sachen doppelt. Du siehst, mit diesen Kurzzeitgedächtnisdefiziten schlage ich mich schon sehr lange rum.
    Liebe Grüsse – Uta

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  5. P.S.: Was mir gestern bei der Gartenarbeit [ein Baeumchen pflanzen] noch einfiel: mein Alter merke ich auch daran, wie froh ich bin, den Gartentraktor mit Anhaenger zu haben. Frueher haette es mir nichts ausgemacht, Alles mit der Schubkarre herumzukarren, aber aus dem Alter bin ich raus. 😉

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    • Ja Pit, das verstehe ich sehr gut.
      Ich plane diesmal für meinen Umzug auch das erste Mal, ihn nicht selbst zu machen. Hätte ich mir lange nicht vorstellen können. Aber scheinbar bin ich „aus dem Alter raus“ 😉

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