Heimatreise I

Das Überraschendste an meiner Reise nach München letzte Woche war, dass ich davor geglaubt hatte, mich inzwischen in der Schweiz mehr daheim zu fühlen bzw. emotional nicht mehr so gebunden an einen Ort zu sein. Als ich nach München kam, ergriff es mich jedoch sofort wieder, das Heimatgefühl, intensiver als erwartet.

Irgendwann in diesen Tagen musste ich an das Lied von Bally Prell denken: … Du schöne Münchner Stadt, sei tausend Mal gegrüßt …

Der weiß-blaue Himmel an der Donnersberger Brücke aus dem Bus heraus…

3375 Weiß-blauer Himmel Donnersberger Brücke_05.07.2016, 16.23 Uhr_Smartphone

In der Arnulfstraße, der Wegweiser zum Finanzamt Deroystraße, kurz vor der Einfahrt in den ZOB (Zentraler Omnibus Bahnhof) an der Hackerbrücke…

3376 Arnulfstr_05.07.2016, 16.25 Uhr_Smartphone

Ich „checkte“ bei meinem Sohn ein und da er zu einem Termin weg musste, fuhr ich auch gleich mal in die Stadt, sind ja nur 2 U-Bahn-Stationen. Hach ja, so rasch unterwegs zu sein, manchmal vermiss ich es schon.

Im Untergeschoss des Hbf. war ich erstaunt, dass die Bauarbeiten dort nun abgeschlossen sind, viele neue Läden entstanden und als erstes erstand ich im Karstadt zwei Käfer-Tassen, danach gings in die Müller Drogerie.

Dort erwartete mich u.a. dieser Tisch mit Bayern-Souvenirs: Fahnderl, Sepperl-Hut, Edelweiß…

3377 Bayern-Souvenirs_05.07.2016, 17.31 Uhr_Smartphone

Ich muss gestehen, ein bisschen gefremdelt hab ich an diesem ersten Tag in München auch. Die überaus direkte Mentalität, das Bayrisch, zunächst nahm ich es wie von außen wahr.

Am Abend saß ich dann mit Sohn und Tochter vor unserem Stammlokal, wo nach draußen getischt ist und schmauste. Es war mal wieder „Kreta Feta“, ein großer Teller Salat mit einem Ziegekäse in Sesam knusprig gebraten.

Ein Teil der Speisekarte klang so…

3378 Speisekarte Bürgerheim_05.07.2016, 19.34 Uhr_Smartphone

Ein beglückendes entspanntes Heimkommen.

Unerwartet an diesem Tag war auch die Art der Grenzkontrolle im Bus. Nachdem wir in Diepoldsau über die Grenze gefahren waren, fuhr der Bus an der Autobahn auf eine Nebenspur und blieb stehen. Hm…? Was los? Polizei stieg zu. Zum ersten Mal wurde mein Schweizer Ausländerausweis moniert, weil er nichts aussage, als dass ich meinen Wohnsitz in der Schweiz habe. Na gut, dann eben mein deutscher Perso. Der gefiel ihr besser. Sie verwies mich drauf, wenn ich in D bin, am besten immer diesen vorzuzeigen. Meinetwegen, hab sowieso immer beide dabei.

Offensichtliche Ausländer im Bus, Asiaten, wurden besonders gründlich kontrolliert. Nicht nur ihre Pässe, sondern sie wurden auch befragt, wohin sie fahren, zu welchem Zweck und wie lange sie bleiben. Das hab ich in D bisher noch nie erlebt. Obs an den vielen Zuwanderern liegt?

By the way… Als ich gestern bei einem Reparaturdienst anfragte wegen meinem Laptop, erhielt ich die Auskunft, eine Kostenschätzung koste 80 CHF, ich könne gerne vorbei kommen. Im Moment hab ich so keine Lust, da nur irgendeinen überflüssigen Rappen rein zu stecken…

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4 Gedanken zu „Heimatreise I

  1. Hallo Marion,
    DIE Speisekarte gefällt mir. Jetzt bin ich es, dem das Wasser im Munde zusammenläuft.
    Du hast also, so wie ich hier, zwei Ausweise. Ich sehe den Schweizer Ausländerausweis in etwa so wie hier die „Green Card“ – eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Nicht-Staatsbürger. Richtig? Und Deinen Deutschen Personalausweis hast Du auch noch? Ich habe „nur“ noch meinen deutschen (Reise)pass. Meinen Personalausweis musste ich abgeben, als ich meinen Wohnsitz in Deutschland abgemeldet habe. Mein „Meldeamt“ ist jetzt das Konsulat in Houston. Da wird dann auch mein Reisepass verlängert.
    Hab’s fein,
    Pit

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Pit,
      wird wohl so ähnlich sein, ja. Der Schweizer Ausländerausweis enthält meine derzeitige Wohnadresse, meine Staatsbürgerschaft, den Zeitraum meiner Aufenthaltsbewilligung und Hinweise zur Arbeitserlaubnis in der CH. Den Deutschen Personalausweis hab ich auch noch. Einen neuen Perso kann ich auf der Deutschen Botschaft in Bern beantragen und sollte dazu möglichst 6 Monate vor Ablauf des alten einen Termin beantragen, wie ich gerade gesehen habe. Kosten 65 CHF. Wird bei mir 2018 fällig.
      Nächstes Jahr muss ich dann meine Aufenthaltsbewilligung verlängern lassen. Wahrscheinlich muss ich dann wieder alle Unterlagen vorlegen wie dieses Jahr anlässlich meines Umzuges innerhalb der CH. In dem Zusammenhang wurde auch vom Migrationsamt geprüft, ob meine Aufenthaltsbewilligung weiter so gilt, weil ich ja von meinem Mann getrennt lebe und ich unter der Voraussetzung, als seine Ehefrau einzureisen, automatisch gleich eine „bessere“ Aufenthaltsbewilligung erhalten habe. Direkt beim Umzug zur Trennung musste ich das nicht. Die dortige Gemeinde sah die Dinge etwas lockerer, wollte von mir nur Miet- und Arbeitsvertrag sehen und befand dann keinen Grund, meine Aufenthaltsgenehmigung vom Migrationsamt überprüfen zu lassen.
      Hier wollten sie jetzt neben dem Arbeitsvertrag und einer Erklärung, wie ich meinen Lebensunterhalt finanziere auch eine aktuelle Arbeitsbescheinigung sehen und sonst noch ein paar Sachen.
      Nun ja, Ämterkram halt.
      Habs gut…
      Marion

      Gefällt 1 Person

  2. Ich habe in letzter Zeit viel über das Thema Heimat(Gefühl) nachgedacht, da passt dein Artikel gerade gut dazu. Ich glaube, wer „Heimat“ fühlen kann, kann sich glücklich schätzen. Viele Leute fühlen sich heutzutage eher heimatlos und wissen gar nicht welch ein Geschenk es ist, mit einer Region das tiefe, echte Empfinden von „zu Hause“ verbinden zu können, ganz egal wo auf der Welt man sich gerade befindet.
    Mir geht es mit dem Meer so, mit Schleswig-Holstein, mit den Wellen und den rauhen Winden, mit der weiten Landschaft und den Wolkenformationen hier oben, mit den Schiffen und den Landsleuten… ❤
    Ich schick dir liebe Grüße!
    Meike

    Gefällt 1 Person

    • Das klingt ganz wunderbar, liebe Meike; so habe ich es noch gar nicht gesehen. Und weißt du warum (wie ich gerade bemerkt habe)? Weil es in der Esoterik (und dem Buddhismus?) diese Idee gibt, man solle an nichts haften, weil es unfrei mache usw. Aber ich glaube du hast recht, dass es ein Geschenk ist, so eine tiefe Verbundenheit mit einer Region zu empfinden.
      Es freut mich sehr, dass du diesen Kommentar hier gelassen hast, du hast mich bereichert damit ❤
      Liebe Grüße ans Meer!
      Marion

      Gefällt 1 Person

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