Garten der Harten

Garden of the tough

Als ich heute auf SZ online diese Überschrift las, hatte ich augenblicklich die Assoziation zu der Redewendung: „Die Harten komm’n in Garten.“ Jedenfalls fing ich an zu lesen – Weiterlesen

Zweifel

Kennt Ihr das? Es gibt Zeiten, da glaubt man zu wissen was man für richtig hält, was man unterstützen möchte und was nicht. Und dann geschieht etwas, das einen inne halten und einen größeren (Über-) Blick nehmen lässt. Weiterlesen

Vollmond und „Kunterbunt“

Full moon and „Farraginous“

Ganz nebenbei, heute Abend war Vollmond (20.35 Uhr). Es wird von einem Supervollmond gesprochen. Maximale Nähe zur Erde, siehe hier.

Vielleicht pushen seine Energien das allgegenwärtige Thema der Flüchtlinge ja auch.

By the way, today we had full moon. They speak about a super full moon (maximum propinquity to the earth).

Perhaps it’s energies push the omnipresent issue of refugees, too. Weiterlesen

Von Bürger- und anderen Bewegungen, Ernährungsgewohnheiten u.a.

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Der Anfang vom Ende des Friedhofszwangs?

Wie lange habe ich auf so eine Meldung gewartet?!

sueddeutsche.de: Zu Hause ist’s am Schönsten, Abschaffung des Friedhofszwangs in Bremen

Warum?

Weil ich mich intensiv mit dem Tod auseinander gesetzt habe und 2007/08 ein Jahr im Hospiz ehrenamtlich tätig war. Weil ich den Gedanken bisher unerträglich fand, dass sogar im Tod noch geregelt sein soll, was man darf / nicht darf und das aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen. Weil es überhaupt keinen plausiblen Grund dafür gibt, warum man z.B. die Asche eines Verstorbenen in D nicht mit nach Hause nehmen darf. Was man, um es vorweg zu nehmen, im Moment immer noch nicht darf.

Bremen erlaubt jetzt, die Asche auch auf privaten Flächen, etwa im heimischen Garten, zu verstreuen. Und wie im Artikel bezeichnet, handelt es sich – auch aus meiner Sicht – um eine kleine Revolution oder immerhin um einen guten Anfang. Zwar braucht es bestimmte Voraussetzungen, dass man das darf, aber immerhin – ein Anfang ist gemacht.

Es ist kein Geheimnis, dass andere Länder, u.a. die Schweiz, diesbezüglich liberaler agieren – UND:

Deutsche Bestattungsunternehmen ermöglichen es Angehörigen immerhin, Verstorbene im Ausland verbrennen und deren Asche sich später per Post zuschicken zu lassen.

Bislang die einzige Möglichkeit, die deutsche Friedhofspflicht zu umgehen. Für mich war das ein Trost. Ich könnte mich auch in der Schweiz verbrennen lassen, wenn ich dann einst meinen Körper verlassen hab, und meine Angehörigen könnten mit meiner Asche machen was sie wollen. Soweit zu meinen bisherigen Vorstellungen.

Nun will es aber just meine Tochter so (noch ist nicht aller Tage Abend, aber im Rahmen meiner Hospiz-Aktivität hatte ich das Thema angesprochen), dass sie ein Grab hat, wo ich beerdigt bin und damit einen Ort, wo sie hingehen kann. Von der sprichwörtlichen Asche auf dem Kaminsims schien sie nicht so viel zu halten. Aber über die Pflichten in Zusammenhang mit einem Grab hat sie sich womöglich auch noch keinerlei Gedanken gemacht. Insofern… Das letzte Wort wird da noch nicht gesprochen sein.

Und auch das ist kein Geheimnis: Der einst aus Gründen der Hygiene in Preußen verordnete Friedhofszwang war und ist für Kirchen, Kommunen, Bestattungsunternehmer, Blumenverkäufer, Kerzenhändler und Steinmetze ein äußerst einträgliches Geschäft. In Bremen ist die rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft dennoch recht glücklich darüber, sich am Ende gegen die CDU und ihre guten Branchenkontakte durchgesetzt zu haben.

Das war für mich bisher der einzig wahre Grund für die Friedhofspflicht in Deutschland.

Es gibt viele Bedenken – von der katholischen Kirche wurde die Feuerbestattung erst 1963 erlaubt.

Es gibt wohl auch heute noch Leute, die Angst davor haben, ein Körper könnte verbrannt werden, bevor die Seele wirklich tot oder entfleucht ist. Teilst du diese Sorge für dich persönlich?

Vertreter beider christlichen Kirchen befürchten eine „Privatisierung von Tod und Trauer“.

Sie befürchten eine Privatisierung von Tod und Trauer?? Gehts noch? Wo gehört denn die Trauer um einen Verstorbenen wirklich hin? Doch nicht etwa in die Öffentlichkeit, wo keiner dem Verstorbenen nahe stand?! Doch nicht etwa in fremde Hände wie die Kirche (außer jemand wünscht, sich entsprechend begleiten zu lassen)?!

Durch den Bremer Vorstoß jedenfalls dürfte der allgemeine Friedhofszwang auch in anderen Bundesländern langsam bröckeln. Wegen des offenkundigen Widerspruchs (Asche auf einem abschließbaren Privatgrundstück ja, Urne in einer abschließbaren Wohnung nein) dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die „Urne auf dem Kaminsims“ auch hierzulande ganz legal wird.

Ja, ja und nochmal: Ja! Also werde ich mir mit dem Sterben – schon deswegen 😛 – noch etwas Zeit lassen! Ich will, auch wenn es mir völlig schnuppe sein könnte, auch im Tod frei sein. Oder meine Angehörigen, die sich dann überlegen dürfen, was ihnen am liebsten ist. Selbst wenn sie sich dann ganz konventionell für ein Grab entscheiden sollten.

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Na wenn das kein November-Thema ist…

PS: Sagte ich was von Blog-Müdigkeit? Ach, was interessiert mich mein Gerede von gestern…